Wohnhausanlage in Döbling mit Legionellenbefall

Das Gesundheitsamt verhängt Duschverbot

Wien (OTS) - In einer Wohnhausanlage in Wien Döbling wurde eine Beprobung der zentralen Trinkwassererwärmungsanlage und dem Verteilsystem durchgeführt. Der Befund zeigt eine Verkeimung mit Legionellen (Legionella pneumophila) mit Konzentrationen, die in manchen Bereichen den nach der ÖNORM festgelegten Grenzwert deutlich überschreitet.

"Aufgrund der Verteilung und Höhe der Legionellenkonzentration waren Schutzmaßnahmen anzuordnen", erklärt Ursula Karnthaler, Leiterin des Fachbereichs Infektionsvorsorge des Gesundheitsdienstes der Stadt Wien - Magistratsabteilung 15. Weil die Ansteckung mit Legionellen ausschließlich durch das Einatmen von Wassersprühnebel über Atemwege und Lunge erfolgt, sind daher alle Aktivitäten, die Sprühnebel erzeugen zu meiden. Dazu zählen insbesondere das Duschen und Benutzen von Whirlpools.

Karnthaler informiert weiter: "Legionellen sterben ab einer Wassertemperatur von 60 Grad Celsius ab, daher werden die Wasserleitungen im Zuge der Sanierung mit heißem Wasser durchgespült. Legionellen können außerdem nur über das Einatmen übertragen werden. Eine Wasserentnahme zum Kochen und Trinken oder für die Toilette ist daher unbedenklich." Vorsicht sollten speziell Personen mit einem geschwächten Immunsystem und chronischen Lungenerkrankungen oder ältere Personen walten lassen, denn sie haben ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hat ein Info-Telefon eingerichtet und steht den BewohnerInnen der Hausanlage für Fragen zu Legionellen unter Tel: 01/4000-87530 (Montag bis Sonntag, jeweils 8 bis 16 Uhr) zur Verfügung.

GESIBA informierte bereits alle MieterInnen von eingeleiteten Maßnahmen

Die zuständige Hausverwaltung, GESIBA handelte sofort und setzte noch am selben Tag die Mieterinnen und Mieter vom Legionellenbefall in Kenntnis. Ein Informationsschreiben des Gesundheitsamtes zu Legionellen wurde zugestellt. Vom behördlich verhängten Duschverbot sind die Mieterinnen und Mieter zusätzlich durch Aushang informiert worden.

"Wir haben bereits heute mit der thermischen Sanierung begonnen, erklärt Herbert Slowack von der GESIBA. Dabei werden in Kooperation mit eigenen TechnikerInnen und FachexpertInnen der Fernwärme Wien alle Kalt- und Warmwasserstränge mit über 70 Grad warmen Wasser durchgespült und alle Wohnungen kontrolliert. Die Dauer der Maßnahme wird vom Fortschritt der Ursachenbekämpfung und der Sanierung abhängen. "Ist der Befund nach der Sanierung wieder in Ordnung kann die Gesundheitsbehörde grünes Licht geben und es können alle Schutzmaßnahmen wieder aufgehoben werden", erklärt Slowack von der GESIBA. Und für jene Personen, die keine Ausweichmöglichkeit zum Duschen finden, bietet die Firma GESIBA eine Alternative an: eine Monatskarte im gleich benachbarten Döblinger Bad.

Die BewohnerInnen der Wohnhausanlage können sich mit Fragen zur Sanierung und Wasserkontrollen über die Servicetelefonnummer 01/534 77-248/ 249 jeweils MO bis DO von 7:30 Uhr bis 17:30 Uhr und Fr. 7:30-12:30 Uhr an die GESIBA wenden. Für Auskünfte stehen auch außerhalb dieser Zeiten die HausbesorgerInnen der Wohnhausanlage zur Verfügung.

Informationen zu Legionellen

Entdeckt wurde der Keim Legionella pneumophila im Jahr 1976 durch mehrere Erkrankungs- und Todesfälle bei einem Legionärstreffen in Philadelphia und erlangte damit traurige Berühmtheit.
Legionellen sind natürliche Wasserbewohner und können sowohl im Grundwasser als auch an Oberflächenwasser vorkommen. Wassertemperaturen zwischen 25 GradC und 50 GradC sind Bedingungen, bei denen sich die Legionellen rasch vermehren. Bei Temperaturen über 60 GradC sterben sie ab. Warmwasseraufbereitungsanlagen (Boiler), offene Kühltürme von Klimaanlagen sowie schlecht gewartete Whirlpools können eine potentielle Gefahr darstellen. Vor allem in großen, weitverzweigten Warmwassersystemen besteht die Gefahr der Legionellen-Vermehrung.

Die Erkrankung zeigt grippeähnliche Symptome wie allgemeines Unwohlsein, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Fieber und Reizhusten. Bei einem schwereren Verlauf kann es innerhalb weniger Stunden zu einer Lungenentzündung kommen. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar.

Rückfragen & Kontakt:

Christine Willerstorfer
Magistratsabteilung 15 - Gesundheitsdienst der Stadt Wien
Öffentlichkeitsarbeit
3., Thomas-Klestil-Platz 8/2, Town Town
Telefon: 01/4000-87265
E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@ma15.wien.gv.at
www.gesundheitsdienst.wien.at

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