Kluft zwischen der Besteuerung von Arbeit und Kapital in Österreich doppelt so groß wie im Euroraum

Linz (OTS) - Neueste Daten der EU zeigen: Die Kluft zwischen der Besteuerung von Arbeit und jener von Kapital wird in Österreich immer größer. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Die Arbeitnehmer zahlen bereits mehr als genug Steuern. Es ist höchste Zeit, dass auch Unternehmen und Vermögende faire Beiträge leisten. Steuerschlupflöcher müssen gestopft werden."

Laut dem jährlichen Bericht des Europäischen Statistikamts (EUROSTAT) hat sich in Österreich die Situation punkto Steuergerechtigkeit weiter verschlechtert. Die durchschnittliche Besteuerung (inklusive Sozialversicherungsbeiträge) von Arbeit ist im Jahr 2011 mit 40,8 Prozent um 0,7 Prozentpunkte höher als noch im Jahr 2000. Die Besteuerung von Kapital hingegen ist seither mit 23,6 Prozent um 3,6 Prozentpunkte gesunken.

Damit hat sich in Österreich die Differenz zwischen der durchschnittlichen Besteuerung von Arbeit und Kapital auf 17,2 Prozentpunkte erhöht. Das ist ein doppelt so hoher Unterschied wie im Schnitt der 17 Staaten des Euroraums (8,8 Prozent). Im Euroraum betrug im Jahr 2011 die durchschnittliche Steuer auf Arbeit 37,7 Prozent, auf Kapital 28,9 Prozent.

Einen Grund für diese österreichspezifische Entwicklung sieht AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer in den zahlreichen Steuervermeidungsstrategien der Unternehmen und Konzerne. "Es kann nicht sein, dass es für Unternehmen eine Unzahl an Möglichkeiten gibt, um ihren Beitrag zum Gemeinwohl gering zu halten, während der arbeitenden Bevölkerung Monat für Monat automatisch ihr Beitrag vom Lohn abgezogen wird", so Kalliauer.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit wie beispielsweise eine EU-weite Mindestgewinnsteuer von 30 Prozent, die Bekämpfung der -buchhalterischen - Verschiebung von Gewinnen durch multinationale Konzerne in Niedrig(st)steuerländer, Einschränkungen bei der - im internationalen Vergleich großzügigen - Gruppenbesteuerung und die Einführung einer Vermögensteuer auf Netto-Privatvermögen von über einer Million Euro.

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