Jahrestag der UN-Behindertenrechtskonvention: Es ist noch viel zu tun!

Heute vor 5 Jahren ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in Kraft getreten.

Wien (OTS) - Kommenden September wird die UNO* erstmals Österreichs Umsetzung dieser Konvention überprüfen. Das Fazit von LICHT FÜR DIE WELT zur Entwicklungszusammenarbeit: "Es geht in die richtige Richtung, aber es gibt noch sehr viel zu tun! Inklusion wird noch nicht in allen Bereichen berücksichtigt", zieht Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, eine gemischte Bilanz. "Mit anderen Worten: Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt zwar spezielle Projekte zur Förderung von Menschen mit Behinderungen. Sie stellt aber noch nicht sicher, dass auch alle anderen Projekte, etwa jene zur Aufbereitung von Trinkwasser, für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind. Wir fordern die österreichische Bundesregierung daher auf, wirklich alle Entwicklungsprojekte inklusiv zu machen! Denn gerade die am meisten benachteiligten Menschen in den Armutsgebieten unserer Erde brauchen Zugang zu Trinkwasser, medizinischer Versorgung und Bildung."

Bisher haben 130 Staaten die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, darunter auch Österreich. Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die Bestimmungen der Konvention in ihrer nationalen Gesetzgebung und Verwaltung umzusetzen. Dazu zählen:

  • Recht auf selbstbestimmtes Leben
  • Gleichberechtigter Zugang zu Bildung
  • Gleichberechtigter Zugang zum Arbeitsmarkt
  • Partizipation: Menschen mit Behinderungen sollen überall mitbestimmen, wo sie betroffen sind
  • Entwicklungszusammenarbeit muss barrierefrei und inklusiv sein

5.000 Menschen sagen JA zu Inklusion!

LICHT FÜR DIE WELT hat eine von der EU finanzierte, internationale Kampagne initiiert, im Rahmen derer sich Menschen für Inklusion und Barrierefreiheit in der Armutsbekämpfung engagieren. Bisher haben sich über 5.000 Menschen in 34 Ländern eingebracht und in Form von Fotos und Videos mit einem "JA" in Gebärdensprache signalisiert: JA zu Inklusion, JA zu einer inklusiven Gesellschaft!

Alle "JA"-Beiträge werden gesammelt und beim UN High Level Meeting am 23. September den Staats- und Regierungschef präsentiert. An diesem Tag wird die Staatengemeinschaft die Notwendigkeit diskutieren, behinderte Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit einzubeziehen. LICHT FÜR DIE WELT hat gemeinsam mit anderen NGOs den Anstoß dazu gegeben und bringt sich mit Expertise ein. Der klare Auftrag der Unterstützer der YES-Kampagne: JA zu einer inklusiven Entwicklungszusammenarbeit!

Mitmachen: http://www.endexclusion.at/mach-mit

Hintergrund
Weltweit leben 1 Milliarde Menschen mit Behinderungen, davon mehr als 80 Prozent in Entwicklungsländern. Menschen mit Behinderungen sind großteils vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Ein Drittel aller Kinder, die nicht in die Schule gehen, sind Kinder mit Behinderungen. Bisher werden Menschen mit Behinderungen auch nicht in den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) berücksichtigt, dem größten Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen.

*UN-Committee on the Rights of Persons with Disabilities in Genf

Rückfragen & Kontakt:

LICHT FÜR DIE WELT
Mag. (FH) Andrea Zefferer
Tel.: +43/676/453 0503 bzw. +43/1/810 13 00-34
a.zefferer@licht-fuer-die-welt.at
www.licht-fuer-die-welt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CBM0001