1. Mai - BZÖ-Bucher, Lugner: Ja zur längeren und sozial verträglichen Öffnungszeiten

Wien (OTS) - BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher forderte am heutigen 1. Mai im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Baumeister Ing. Richard Lugner in der Lugner City eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. "Auch in Österreich müssen wir mit der Zeit gehen und als Wirtschaftsstandort attraktiv bleiben. Es kann nicht sein, dass tausende kaufwillige Touristen etwa in Wien am Wochenende nicht shoppen können und das Geld dann in den Online-Handel fließt oder die angrenzenden Shopping Center in der Slowakei, Tschechien oder Ungarn das Geschäft machen. Aufgrund der starren Öffnungszeiten verliert Österreich an Attraktivität im Vergleich zu anderen Ländern. Ich fordere hier sowohl von der Gewerkschaft als auch von der Wirtschaftskammer Flexibilität ein", so Bucher.

Bucher erinnerte, dass im Jahr 2011 bereits über 3,2 Milliarden Euro im Onlinehandel erwirtschaftet wurde. Allein im Jahr 2010 haben die österreichweiten Onlineshopper Waren im Wert von 2,6 Milliarden Euro aus dem Ausland über das Internet bestellt. "Hier geht dem Handel in Österreich viel Umsatz und Potential verloren. Außerdem zeigen die Beispiele Niederlande und Schweden, wo die Ladenöffnungszeiten liberalisiert wurden, dass Umsätze und Beschäftigung gestiegen und die Preise gesunken sind."

Für den BZÖ-Chef steht das Wohlergehen der Mitarbeiter an erster Stelle. "Bereits jetzt arbeiten 680.000 Österreicher regelmäßig und eine Million Österreicher teilweise an Sonn- und Feiertagen. Insbesondere der Gesundheitsbereich und der Tourismus sind davon betroffen. Viele Menschen wollen gerade an Sonn- und Feiertagen arbeiten, weil sie dadurch mehr Geld verdienen und sich mehr leisten können. Die Arbeit muss auf Freiwilligkeit beruhen und es muss daher gesetzlich festgeschrieben sein, dass die Mitarbeiter an Sonn- und Feiertagen einen hundertprozentigen Lohnzuschlag erhalten. Wenn die Menschen am Wochenende oder an Feiertagen arbeiten, muss es sich für sie auch lohnen und sie dürfen keine Nachteile erleiden."

Der BZÖ-Vorschlag sieht eine Ausweitung der Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 6.00 bis 21.00 Uhr vor, dass wären 90 Stunden statt der bisherigen 72 Stunden. Das grundsätzliche Bekenntnis zum arbeitsfreien Sonntag bleibt aufrecht. Jedoch soll künftig die Möglichkeit bestehen, an fünf Sonntagen oder Feiertagen im Jahr aufzusperren. Bucher verwies in diesem Zusammenhang auf das Berliner Modell wo acht verkaufsoffene Sonntage zentral für ganz Berlin festgelegt werden. Allerdings dürfen dort keine zwei verkaufsoffene Sonntage aneinander folgen. Zwei weitere Sonntage können die Unternehmen bei besonderen Anlässen wie Straßenfesten oder Firmenjubiläen frei wählen. "Auch das wäre eine brauchbare Lösung für Österreich", so der BZÖ-Chef.

Bucher kündigte einen diesbezüglichen Antrag im Parlament an. "Mit der Ausweitung der Ladenöffnungszeiten soll der Wirtschaftsstandort gestärkt, neue Arbeitsplätze geschaffen und der Wohlstand gesichert beziehungsweise ausgebaut werden."

Richard Lugner verwies darauf, dass längere Öffnungszeiten mehr Arbeitsplätze bringen. "Es ist unverständlich, dass sich die Gewerkschaft dagegen wehrt, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Das führt dazu, dass nur der Online-Handel profitiert, wo teilweise scheckliche Arbeitsbedingungen herrschen. Gleichzeitig werden Tankstellenshops geschaffen, die Sonn- und Feiertag offen haben, aber die kleinen Greißler dürfen nicht aufsperren. Dadurch schadet die Gewerkschaft den Klein- und MIttelbetrieben. Dabei wäre es doch die Aufgabe der Politik und der Arbeitnehmervertreter, alle Möglichkeiten zu nutzen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wirtschaft zu stärken", betonte Lugner.

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