TIROLER TAGESZEITUNG AM FEIERTAG "Leitartikel" 1. Mai 2013, von Manfred Mitterwacheuer: "Es lebe der Pragmatismus"

Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer will das Kriegsbeil mit Günther Platter begraben. Das "Wozu?" hat gute Gründe.

Innsbruck (OTS) - Nach genau 379 Tagen will es Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) tauen lassen. Vorbei die Eiszeit zum ÖVP-dominierten Landhaus im Allgemeinen und zu Landeshauptmann Günther Platter im Speziellen. Damals warf Oppitz-Plörer Platter "Günstlingswirtschaft" vor. Das, die Gründung einer Ampelkoalition in der Landeshauptstadt und die Rolle Oppitz-Plörers als Hebamme von "Vorwärts" änderten den Beziehungsstatus von Stadt und Land auf "Don`t Like". Ein Status, den beide Seiten im vergangenen Landtagswahlkampf genüsslich zementierten. Dass Oppitz-Plörer nun Platter verbal die Hand reichen will, liegt einzig und allein im gescheiterten Vorwärts-Plan begründet, Platter aus dem Landhaus zu jagen.
Aus Oppitz-Plörer spricht dabei der pure Pragmatismus. Platter war, ist und wird aller Voraussicht nach fünf Jahre Landeshauptmann bleiben. Fünf Jahre Krieg mit dem Land? Das hält die Stadt nicht durch. Kaum ein Großprojekt, das nicht nach Landes-Geldern lechzen würde. Sicherheitszentrum und Haus der Musik lassen grüßen. Ein entspannteres Verhältnis würde aber auch einer schwarz-grünen Landeskoalition dienlich sein. Und noch eins: Oppitz-Plörer kann damit ihre durch die Wahlwirren hin- und hergerissene FI-Fraktion wieder zum gemeinsamen Marschieren bewegen. Davon ist Vorwärts noch meilenweit entfernt. Dass sich Oppitz-Plörer hier (medial) selbst aus dem Spiel nimmt, verwundert, lässt Raum für Spekulationen und schürt Gerüchte. Dabei wäre es für Oppitz-Plörer ein Leichtes, ihr Kind zu "erziehen". Dass eben Inhalte und nicht Köpfe zählen. Es also egal ist, wer Vorwärts im Landtag vertritt. Zumindest dann, wenn man wirklich etwas "fairändern" will.

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