Hundstorfer will Beschäftigungsgarantie für Ältere

Programm "Reife Leistung" startet sofort, Pilotprojekt "Arbeitsplatz-Coaches soll in Wien laufen, Konzept zu Bonus/Malus-System für Betriebe im Herbst

Wien (OTS/SK) - Nach aktuellsten Arbeitsmarktdaten ist Österreich zweifacher Europameister: Sowohl bei der Gesamtarbeitslosigkeit, als auch bei der Jugendarbeitslosigkeit. Diese guten Daten hängen mit der österreichischen Jugendgarantie zusammen, "die Vorbild für ganz Europa ist und sich bewährt hat". Darauf wolle man sich nicht ausruhen, sondern auch "eine Art Beschäftigungsgarantie" für Ältere schaffen, betonte Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer in einer Pressekonferenz am Dienstag. Diese Beschäftigungsgarantie wird derzeit entwickelt. "Das wird nicht alles in dieser Legislaturperiode umsetzbar sein", betonte Hundstorfer. Sofort startet aber das Programm "Reife Leistung", das Pilotprojekt "Arbeitsplatz-Coaches soll in Wien laufen und ein Sozialpartner-Konzept für ein Bonus/Malus-System für Betriebe wurde bis Herbst vereinbart. Die Finanzierung der Beschäftigungsgarantie soll über dieses Bonus/Malus-System sowie über Einsparungen beim Arbeitslosengeld erfolgen. ****

Die Arbeitsmarktsituation für Ältere ist dergestalt, dass Arbeitsnehmer ab 50 in der Regel in zwar in stabilen Arbeitsverhältnissen sind. Es gab noch nie so viele Beschäftigte über 50 Jahren. "Aber wenn sie einmal arbeitslos sind, ist es besonders schwierig, wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen", sagte der Arbeitsminister. Konkret sind 23 Prozent der Arbeitslosen ab 50 seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung. "Diese Menschen sollen von der Politik nicht alleine gelassen werden", betonte Hundstorfer.

Für diese Gruppe, für die langzeitbeschäftigungslosen Älteren, werde derzeit 320 Millionen Euro für Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Sozialversicherung AMS-Förderungen und organisatorischen Maßnahmen aufgewendet. "Die Frage ist, kann man damit etwas weiteres entwickeln, kann man schauen, dass diese Menschen wieder in Beschäftigung kommen", legte Hundstorfer dar. Das Ziel sei, dass langzeitbeschäftigungslose Ältere eine Beschäftigungsgarantie bekommen, bei der sie kollektivvertraglich entlohnt werden und deutlich mehr Einkommen haben als in der Arbeitslosigkeit.

Der Sozialminister weist hier auch auf die Debatte über das Pensionsantrittsalter hin. "Wir bemühen uns ja auf verschiedenen Ebenen, das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben", erinnerte Hundstorfer. Mit einer Beschäftigungsgarantie soll den Menschen die Möglichkeit gegeben werden, bis zum Pensionsantrittsalter auch tatsächlich in Beschäftigung zu sein. Als geplante Maßnahmen denkt Hundstorfer an einen Bonus für Betriebe in Form von Eingliederungsbeihilfen der Kombilohns und an den Ausbau des sogenannten zweiten Arbeitsmarkts. Weiters soll in der nächsten Legislaturperiode ein Bonus/Malus-System umgesetzt werden. "Die Sozialpartner sind hier gefordert und ich hoffe, dass dieses Konzept bis Herbst vorliegend ist."

Ein Schritt in Richtung Beschäftigungsgarantie ist das Programm "Reife Leistung", das an zwei Punkten ansetzt. Einerseits sollen mittels Eingliederungsbeihilfen älteren Arbeitslosen und gesundheitlich eingeschränkten Menschen nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten geboten werden, andererseits sollen Arbeitsplatz-Coaches diese Menschen im neuen Job stabilisieren. Nicht nur über 50-Jährige, sondern auch jüngere, aber gesundheitlich eingeschränkte Menschen werden davon profitieren. Non-profit-Unternehmen erhalten bis zu ein Jahr lang vom Arbeitsmarktservice 2/3 der Lohnkosten und Lohnnebenkosten ersetzt. Kommerzielle Unternehmen erhalten die Hälfte der Kosten ersetzt. Mit diesem Programm sollen 4.000 - 5.000 Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden. Das Programm startet ab sofort und läuft bis Jahresende 2014.

Weiters sollen Arbeitsplatz-Coaches für einen längeren Verbleib in Beschäftigung sorgen. Diese Coaches sollen den Menschen in ihrem Job Unterstützung, Begleitung bei arbeitsplatzbezogenen Problemen, wie auch bei Themen, die die Arbeitsfähigkeit beeinflussen wie Schuldenregulierung, familiäre Probleme etc. anbieten. Dieser Ansatz wird in Wien für etwa 500 Personen pilotiert, für die Projektdauer von einem Jahr sind 500.000 Euro geplant. (Schluss) up/sn

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