Caritas fordert Bildungsoffensive gegen Arbeitslosigkeit

Landau: Bildungsarmut bedeutet weiterhin Einkommensarmut

Wien, 30.04.13 (KAP) Die Regierung sollte in den Augen der Caritas durch mehr Augenmerk auf Bildung und berufliche Qualifikation der Arbeitslosigkeit entgegenwirken. Das haben Vertreter der Caritas der Erzdiözese Wien und des Arbeitsmarktservices (AMS) Wien am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärt. Am 30. April, der traditionell als "Tag der Arbeitslosen" begangen wird, wurden der "Qualifikationsplan Wien 2020" sowie die sozialökonomischen Betriebe als konkrete Maßnahmen vorgestellt, um speziell die Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen.

"Die Sorge der Menschen um die eigene Arbeit wächst. Obwohl etwa in Wien so viele Menschen wie nie zuvor in Beschäftigung sind, ist auch die Arbeitslosigkeit auf einem Rekordhoch", stellte Wiens Caritas-Direktor Michael Landau fest. Besonders betroffen seien Frauen und Männer mit geringer formeller Qualifikation: Jobs für sie würden im Zuge der Transformation in die Wissensgesellschaft immer weniger, das Risiko der Arbeitslosigkeit steige. "Je geringer die formale Bildung, desto eher sind Menschen von Einkommensarmut betroffen und bleiben es. Zudem wird Bildungsarmut auch an die nächste Generation vererbt", so Landau.

Tatsächlich stieg seit 1998 das Arbeitslosenrisiko nur bei jenen Personengruppen, die ein geringes Bildungsniveau besitzen, während es bei den anderen konstant blieb. 46 Prozent aller Erwerbslosen haben in Österreich maximal die Pflichtschule abgeschlossen, in Wien sind es bei den Arbeitslosen unter 25 Jahren sogar 76 Prozent. Insgesamt waren im Jahr 2012 österreichweit 850.000 Menschen zumindest einmal arbeitslos gemeldet, in der Bundeshauptstadt im vergangenen März 120.000, wobei 36.000 davon als Langzeitarbeitslose gelten. "Arbeitslos zu sein bedeutet nicht nur Sorge um die finanzielle Existenz, sondern auch, im Abseits zu stehen, aus dem täglichen Leben herausgerissen und einsam zu sein", erklärte der Caritas-Direktor.

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