80. Geburtstag Axel Corti: ORF erinnert an einen Großen der österreichischen Film- und Radiogeschichte

Programmbeiträge in ORF 2, ORF III und Ö1

Wien (OTS) - Er war eine österreichische Ausnahmeerscheinung: Axel Corti, der 1993 verstorbene Theater- und Filmregisseur, Autor, Radiomacher und "Schalldämpfer" der Nation, wäre am 7. Mai 80 Jahre alt geworden. Der ORF erinnert ab 3. Mai in seinen Programmen an den unvergleichlichen Künstler mit der markant-sonoren Stimme, der rot-weiß-rote Film- und Radiogeschichte geschrieben hat.

So widmen ORF 2 und ORF III Corti jeweils einen Programmabend: Am Sonntag, dem 5. Mai, zeigt ORF 2 um 23.20 Uhr im Rahmen von "dok.film" Robert Neumüllers Porträt "Warst Du Axel Corti?", das die verschiedenen Facetten des Künstlers beleuchtet: Corti, der Perfektionist, der Besessene, der mit der Verfilmung von Joseph Roths "Radetzkymarsch" einen aussichtslosen Kampf gegen die Zeit und gegen das Unverständnis führte, der Rastlose, der der zu sich selbst mindestens so hart war wie zu anderen. Im Anschluss daran steht um 0.20 Uhr das Drama "Der Sohn eines Landarbeiters" aus dem Jahr 1975 auf dem Programm. Die Koproduktion von ORF und WDR mit Xaver Schwarzenberger hinter der Kamera spielt im ländlichen Burgenland und schildert akribisch und unversöhnlich das Umfeld eines jungen Mannes, der vom Landarbeiter zum Bauarbeiter und Pendler wird und in seinem Dorf dadurch zum Außenseiter - mit Klaus Rott, Wolfgang Hübsch, Liliana Nelska, Bruno Dallansky, und Sylvia Haider. Das Drehbuch verfasste Michael Scharang.

ORF III Kultur und Information würdigt Axel Cortis Werk am Freitag, dem 3. Mai: Um 20.15 Uhr ist sein Dokumentarspiel "Der Fall Jägerstätter" zu sehen. Der Film erzählt die wahre Geschichte eines einfachen oberösterreichischen Landwirts, der den Wehrdienst verweigerte, weil er als gläubiger Christ nicht einem ungerechten Regime dienen und an einem verbrecherischen Krieg teilnehmen dürfe. Dafür wurde Franz Jägerstätter 1943 zum Tode verurteilt. Es spielen u. a. Kurt Weinzierl und Julia Gschnitzer. Das Drehbuch schrieb Hellmut Andics. Anschließend, um 21.50 Uhr, zeigt ORF III im Rahmen der Retroleiste "Theater- und Fernsehlegenden" Wolfgang Glücks TV-Komödie "Stellenagebote weiblich" aus dem Jahr 1969 mit dem vielseitigen Axel Corti als Schauspieler - in der Hauptrolle des Herrn Belvedere, abgebrannter Schriftsteller, der das Leben seiner Vermieter auf den Kopf stellt. An der Seite von Corti spielen Georg Lhotzky und Emmy Werner.

Axel Corti auf Ö1

"Aus dem Bleistiftgebiet" von Robert Walser steht am 4. Mai ab 14.00 Uhr auf dem Programm der Ö1-"Hörspiel-Galerie". In der ORF-Produktion aus dem Jahr 1986 wirken Axel Corti, Jürgen Hentsch, Krista Stadler, Gabriel Barylli, Gabriele Schuchter, Susi Nicoletti und Rudolf Wessely mit. Regie: Götz Fritsch.

Robert Walser war einer der zugleich wunderbarsten und wunderlichsten Dichter deutscher Sprache - und einer der am längsten verkannten. Nachdem er sich als Schriftsteller für gescheitert hielt, verbrachte er von 1929 an 27 Jahre in Schweizer Irrenhäusern, ohne sichtbare Anzeichen einer geistigen Erkrankung - seine Form des Exils. Mit den aus seinem Nachlass herausgegebenen "Mikrogrammen" hat Walser weitere Rätsel über seine Person aufgegeben: Um seine Schreibhemmung, nämlich die Angst vor Feder und weißem Papier, zu überwinden, füllte Walser bereits beschriftetes, zum Teil zerknittertes Papier mit weichem Bleistift und in winziger Kurrentschrift, die man, wegen der zahlreichen Abbreviaturen, lange Zeit für eine persönliche Stenografie hielt. Erst 1985, fast dreißig Jahre nach Robert Walsers Tod, konnten die ersten Bände mit den dechiffrierten "Mikrogrammen" erscheinen: Lyrik, Prosa und Dialoge, die der Autor unmittelbar, in Sprechgeschwindigkeit, notiert hatte. Sie sind in dieser Produktion zu einem poetischen Hörspielszenario arrangiert.

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