Grüne zum 1. Mai: Unsichere Beschäftigung nimmt rasant zu

Schatz: Arbeitszeit und Einkommen ungleich verteilt

Wien (OTS) - "Die Hundstorfersche Arbeitsmarktpolitik hält zwar die Arbeitslosenquote im europäischen Vergleich noch relativ niedrig, aber die andere Seite der Medaille ist die rasant ansteigende, unsichere Beschäftigungsverhältnisse quer durch alle Qualifikationsniveaus. Nicht-existenzsichernde Teilzeit boomt auf Kosten von Vollzeitarbeit und Überstunden ufern aus, weil das für die Unternehmen derzeit am günstigsten ist", zieht Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die ernüchternde Bilanz zum diesjährigen Tag der Arbeit. "SPÖ und ÖVP tragen gemeinsam volle Regierungsverantwortung für versäumte Strukturreformen im Bereich der Arbeitszeit- und Arbeitsmarktpolitik", kritisiert Schatz.

"Es braucht dringend mutigere Antworten für eine gerechtere Verteilung von Arbeitszeit und Einkommen in Österreich. Das bedeutet für uns Grüne nicht zurück zur Vollzeitarbeit um jeden Preis, sondern Teilzeitarbeit von der man leben kann, mit mehr Wochenstunden, gerechten Stundenlöhnen und eine Arbeitszeitverkürzung dort, wo Arbeit weit über die Belastungsgrenzen ausufert", so Schatz.

Zum 1. Mai 2013 arbeiten bereits eine Million Menschen, das sind ein Drittel aller unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich, atypisch also nicht mehr in Vollzeit-Arbeitsverhältnissen (Statistik Austria). Fast jede zweite Frau arbeitet Teilzeit, die meisten mit einer zu geringen Wochenarbeitszeit um die 12 Stunden. "Viele Menschen wünschen sich Teilzeitarbeit um die Arbeit mit anderen Bereichen des Lebens besser vereinbaren zu können, doch idealerweise eine mit mehr Wochenstunden und besserem Einkommen", erläutert Schatz. Die Realität ist derzeit aber eine ganz andere: "Gut entlohnte und attraktive Positionen in Teilzeit kann man mit der Lupe suchen. Die Stundenlöhne sind im Schnitt um ein Viertel weniger als die in Vollzeitarbeit. Teilzeitarbeit ist alles andere als existenzsichernd, der Medianlohn der Frauen in Teilzeit beträgt etwa 849 Euro netto im Monat. Wer kann davon schon leben?", fragt Schatz.

"Arbeitszeit ist in Österreich extrem ungleich verteilt, denn auf der anderen Seite 'pfeifen' viele ArbeitnehmerInnen buchstäblich 'aus dem letzten Loch'", meint Schatz. 2012 wurden im Durchschnitt acht Überstunden pro Woche geleistet, davon war ein Viertel nicht bezahlt. Österreich liegt damit an der Spitze der Arbeitszeiten in Europa, das bestätigten auch wieder jüngste, heute veröffentlichte Daten der Statistik Austria. "Für Unternehmen ist es schlichtweg billiger, wenige Beschäftigte bis zur Erschöpfung auszupressen, statt mehr Menschen einzustellen, die Folgekosten für arbeitsbedingte Erkrankungen wie das Burn-Out-Syndrom muss letztlich die öffentliche Hand tragen", sagt Schatz.

"Arbeitszeit muss fairer verteilt werden. Dafür braucht es eine Reihe gesetzlicher Maßnahmen wie eine Verteuerung der Über- und Mehrstunden, die Abschaffung der All-in-Verträge sowie eine Antidiskriminierungspolitik auf Kollektivvertrags- und Betriebsebene, die höhere Löhne und attraktivere Posten für Teilzeitarbeit und eine Eindämmung der ausufernden Überstunden durchsetzt", fordert Schatz.

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