Schultes: Imker kämpfen seit 20 Jahren mit Seuchen, Krankheiten und Virosen

BMLFUW investiert jährlich 2 Millionen Euro in den Bienenschutz - Stöger nimmt Rolle nicht wahr!

Wien, 30. April 2013 (OTS/ÖVP-PK) - Das Bienensterben durch Varroamilben, Faulbrut, ein halbes Dutzend Virosen und die schwierigen Witterungsbedingungen der letzten Jahre war in rund einhunderttausend Fällen eine schwere Herausforderung für die Imkerei. Dazu kamen noch wenige dokumentierte Einzelfälle mit angeführtem Vergiftungsverdacht durch ein Beizmittel für Saatgut, so die Ausgangssituation. In der Kampagne der NGOs gegen Beizmittel wurden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Die Unsicherheit der Imker wurde instrumentalisiert. NGOs hatten ein Kampagnenthema und versuchen mit emotionaler, nicht sachlich und wissenschaftlich fundierten Argumenten, langjährig auf ihre Wirkung und Vermeidung von Bienenschäden geprüfte Wirkstoffe zum Erzfeind der Bienen zu stempeln. Die gemeinsam erarbeiteten und umgesetzten Verbesserungsschritte zur Risikovermeidung wurden ignoriert.
Es geht einzelnen NGOs dabei aber nicht um den Schutz der Bienen, sondern das Gefügigmachen der Landwirtschaft und der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln auf EU-Ebene. Die Europäischen Kommission ist aufgefordert, über die Sammlung von mehr objektiven Datengrundlagen und umfassenden Feldstudien auch im Wege der EFSA weitere Entscheidungsgrundlagen aufzubereiten, und nicht auf Basis unsicherer Daten Verbote oder verschärfte Anwendungsmaßnahmen zu veranlassen.

Der Einsatz der kritisierten Wirkstoffe ist in Deutschland, Slowenien und Italien verboten. Das Bienensterben geht in diesen Ländern im selben Ausmaß wie in den Jahren zuvor weiter. Im Vergleich zu Österreich melden Deutschland und Schweiz in den vergangenen Monaten sogar höhere, Varroa-bedingte Ausfallsraten von bis zu 30% aller Bienenvölker im letzten Winter. Die Imker wissen, dass für ihre Herausforderungen bunte Spendenkampagnen die falsche Antwort sind.

"Das BMLFUW gibt künftig für den Bienenschutz jährlich 2 Millionen Euro aus. Dem Gesundheitsminister Stöger ist die Bienengesundheit lediglich 70.000 Euro wert. An der Ursachenforschung für das Bienensterben wird vom BMG so gut wie nicht teilgenommen." Zusätzlich zur Varroa breiten sich immer mehr Virosen aus die eine zusätzlich große Gefahr für die Bienen darstellen. Für viele Anwendungsmittel und Applikatoren zur Bekämpfung der Varroamilbe braucht es aktive und wirksame Bekämpfungsmaßnahmen und eine sachliche Zuständigkeit auf Bundesebene - dies gibt es bisher im BMG nicht im ausreichenden Umfang, genauso wie eine fachspezifische Ausbildung. Anzeigen nach dem Tierseuchengesetz führen, wenn sie überhaupt durchgeführt werden, selten zu einer Reaktion der Gesundheitsbehörde.

"Es kann nicht sein, dass man bei 100.000 toten Bienenvölkern pro Jahr keine Anzeige registriert - hier stimmt entweder die Gesetzeslage oder die Vollzugslage nicht. Die Amtstierärzte kommen in den allermeisten Fällen nicht einmal in Kenntnis von großen Problemfällen. Wenn parteipolitisch das Thema Bienengesundheit plötzlich so wichtig ist, dann schlage ich eine sofortige gesetzliche Verankerung von veterinären und fachlichen Maßnahmen vor, die Inhalte dafür sind bekannt, BM Stöger kann noch in dieser Legislaturperiode handeln", sagt Hermann Schultes abschließend. (Schluss)

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