Foglar zum 1. Mai: Gerechte Arbeitswelt für gutes Leben

Den einen reicht das Geld zum Leben nicht - die anderen verstecken ihre Millionen vor der Steuer.

Wien (OTS/ÖGB) - "Am Tag der Arbeit machen wir darauf aufmerksam, dass den ArbeitnehmerInnen noch nie etwas geschenkt wurde, alles musste hart erkämpft werden", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar im Vorfeld des 1. Mai. "Gerade in Krisenzeiten sind viele Arbeitsrechte und soziale Standards unter Druck, dem müssen Gewerkschaften entschieden entgegen treten."

"Arbeit mit fairen Einkommen und mit gerechten Rahmenbedingungen -das ist die Basis, die man für ein gutes Leben braucht", so Foglar weiter. "Das ist die Basis dafür, dass sich die Menschen ihr Leben leisten können, dass sie durch die Arbeit nicht krank werden und dass sie in Würde altern können." Foglar erinnerte vor dem Tag der Arbeit an die vielen Menschen, die arm oder armutsgefährdet sind, obwohl sie Arbeit haben. "Mehr als eine halbe Million Menschen in Österreich sind arm trotz Arbeit. Sie wissen nicht, wie sie ihr Leben und das ihrer Familien bestreiten sollen. Und auf der anderen Seite haben wir die Millionäre und die Superreichen, die ihr Geld steuerschonend in Oasen verstecken - das ist ungerecht und muss beseitigt werden."

Belastungen reduzieren - auf Menschen und ihre Einkommen

"Der Tag der Arbeit ist eine gute Gelegenheit daran zu erinnern, dass Arbeit weder arm noch krank machen darf", so Foglar. "Die Vorschläge, die wir in den vergangenen Wochen gehört haben - Donnerstagsfeiertage verschieben, Arbeitszeiten flexibilisieren, die Wirtschaft entfesseln und ähnliches, sind nicht dazu angetan, die Lage der arbeitenden Menschen zu verbessern. Alles, was dazu beiträgt, die Belastungen auf die ArbeitnehmerInnen zu erhöhen, wird die Wirtschaft nicht produktiver machen, im Gegenteil: Lange Arbeitszeiten und zu kurze Erholungsphasen machen nachweislich krank. Zu hohe Belastungen auf den Einkommen schmälern die Kaufkraft. Das alles schadet der Wirtschaft, ihre Ablehnung in Sachen Arbeitszeitverkürzung, Überstundenabbau, leichtere Erreichbarkeit der 6. Urlaubswoche oder Einführung von Vermögenssteuer um die Belastung der Arbeitseinkommen zu reduzieren, ist daher unverständlich und sehr kurzsichtig."

Schieflage beseitigen - gerechtes Steuersystem schaffen

Die ArbeitnehmerInnen und die KonsumentInnen würden den größten Teil der Steuerleistung tragen, den geringsten Teil tragen die Superreichen und Millionäre, so Foglar zum Thema Verteilungsgerechtigkeit. "Wir sind in Österreich weit unter dem EU-Schnitt und dem OECD-Schnitt was die Besteuerung von Vermögen betrifft. Das ergibt eine Schieflage, die rasch beseitig werden muss." Der ÖGB werde sich weiterhin für Steuergerechtigkeit einsetzen. "Wir haben um die Finanztransaktionssteuer in Europa gekämpft, wir haben nicht locker gelassen und waren schließlich erfolgreich, mit elf Staaten in der EU ist ein Anfang gemacht. Wir werden auch in der Frage der gerechten Verteilung des Wohlstandes in Österreich nicht locker lassen."

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