Senioren: Bis zu 50.000 Unfälle jährlich vermeidbar!

Wien (OTS) - Alle 6 Minuten verunglückt ein Senior in Österreich. Alle 5 Stunden stirbt ein Mensch über 65 Jahren an den Folgen eines Unfalls. Damit sind Senioren die Unfallrisiko-Gruppe Nummer eins in Österreich. Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und die österreichischen Brandverhütungsstellen zeigen Gefahren auf und informieren über neue Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Generation 65+.

Die hochstehende Teppichkante, ein übersehener Bordstein, das lose verlegte Kabel: Oft sind es nur Kleinigkeiten, die im Lebensalltag älterer Menschen zu einem Unfall führen. Im Jahr 2011 waren bereits 67 Prozent aller tödlich verunglückten Österreicher 65 Jahre oder älter; Tendenz steigend! 2001 lag dieser Anteil noch bei 42 Prozent! "Rund 90.000 Seniorenunfälle mit stationärer Behandlung ereignen sich jährlich aktuell in Österreich; 2002 waren es noch unter 70.000 pro Jahr. Durchschnittlich alle 5 Stunden stirbt ein Mensch über 65 Jahren an den Folgen eines Unfalles (insgesamt 1.636 im Jahr 2011), die meisten davon durch Stürze. Das sind mehr Todesopfer als durch Verkehrsunfälle", erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereiches Recht & Normen im KFV.

Im Eigenheim und in der Wohnumgebung passieren die meisten Unfälle

Bei rund 70 Prozent der Unfälle sind externe Umstände wie z.B. Mängel in der Wohnung oder in der unmittelbaren Wohnumgebung ausschlaggebend. Entsprechend groß sind die Möglichkeiten der Vorbeugung: "Wie unsere Studien zeigen könnten viele tragische Unfälle mit einfachen Mitteln vermieden werden. Tatsächlich bewegen sich Senioren vielfach in einer Wohnung und einem Wohnumfeld, das auf die besonderen Sicherheitsbedürfnisse gebrechlicher Menschen keine Rücksicht nimmt. Die Mängel der gebauten Umwelt sind der aussichtsreichste Ansatzpunkt für die Verhütung der Unfälle:
Stolperfallen können beseitigt, Treppen können mit Handläufen versehen, Badezimmer mit Haltegriffen ausgestattet, Straßenübergänge seniorengerecht gestaltet werden", so Kaltenegger. Dennoch ist die Bereitschaft, entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen, gering: Der Grund hierfür liegt darin, dass eine Sicherheitsvorsorge auf ein mögliches Passiv-Werden im Alter verweist und das stört die Selbstverständlichkeit des gewollten Aktiv-Seins. Zu einer wirklichen Auseinandersetzung mit der Thematik kommt es in der Regel erst im Zusammenhang mit Leidenserfahrungen. Ein weiterer Grund, vor allem bei Menschen über 75 Jahren, ist mangelnde Investitionsbereitschaft nach dem Motto "Das zahlt sich für mich nicht mehr aus!". Gerade ab 75 Jahren aber besteht ein besonders hohes Unfallrisiko.

Erhöhte Brandgefahr in Seniorenhaushalten

Dieses erhöhte Risiko für Senioren besteht auch im Zusammenhang mit Brand(un)fällen. Wie eine Statistik über Gebäudebrände mit Todesfolgen zeigt, sind deutlich mehr als die Hälfte aller Brandopfer über 60 Jahre alt. "Im mehrjährigen Durchschnitt kommen in Österreich 47 Personen pro Jahr bei Gebäudebränden ums Leben", erklärt Dr. Arthur Eisenbeiss, Sprecher der österreichischen Brandverhütungsstellen, "rund 84 Prozent davon entfallen auf Brände im privaten Wohnbereich." Das Durchschnittsalter aller Brandtoten liegt bei 62 Jahren, 57 Prozent davon entfallen auf die Altersgruppe 60+. Innerhalb dieser Gruppe liegt der Altersdurchschnitt wiederum bei 77 (Männer) bzw. bei 79 Jahren (Frauen). "Die Gefährdung dieser Altersgruppe hängt auch damit zusammen, dass bei älteren Personen reduzierte Sinneswahrnehmungen vorliegen können", so Eisenbeiss.

Unvorsichtigkeit und Vergesslichkeit als Hauptursachen

"Hinsichtlich der Zündquellen ist sehr oft Unvorsichtigkeit und Vergesslichkeit im Spiel", erklärt der Brandschutz-Experte weiters. So wirke z.B. Rauchzeug bei mehr als einem Drittel der Ereignisse brandauslösend. Viele weitere Brände gehen von Küchenherden, Fritteusen und brennenden Kerzen aus. Laut Eisenbeiss spielen weniger die technischen Defekte als vielmehr die menschlichen Schwächen bei der Brandentstehung eine wesentliche Rolle: "Gerade bei älteren Menschen ist auch die Fähigkeit, Brände frühzeitig zu entdecken bzw. sich im Brandfall richtig zu verhalten, stark in Mitleidenschaft gezogen." Die gleiche Problematik bestehe auch in Alten- und Pflegeheimen sowie in betreuten Senioren-Wohneinrichtungen, wo die körperliche und geistige Konstitution der Bewohner zu berücksichtigen ist. Eine Selbstrettung der Bewohner ist faktisch unmöglich. In Alten- und Pflegeheimen sind daher neben baulichen Maßnahmen auch organisatorische und technische Brandschutzmaßnahmen vorgeschrieben.

Rauchwarnmelder sind Lebensretter!

"Auch in privaten Seniorenhaushalten sollte dem Vorbeugenden Brandschutz erhöhte Aufmerksamkeit zukommen", empfiehlt Eisenbeiss. Daher sollten Seniorenwohnungen jedenfalls mit Rauchwarnmeldern ausgestattet sein. Diese erkennen frühzeitig den Rauch und warnen durch einen schrillen Alarmton, der auch bei eingeschränkter Hörfähigkeit wahrgenommen wird. Ein Brand wird damit bereits im Anfangsstadium erkannt, was das rechtzeitige Verlassen des Gefahrenbereiches und die frühzeitige Alarmierung der Einsatzorganisationen ermöglicht, wie Dr. Arthur Eisenbeiss abschließend erklärt: "Den BV-Stellen geht es um die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung über den Nutzen und die Wirkung von Rauchwarnmeldern als höchst praktische Lebensretter."

Wussten Sie, dass...

... im Jahr rund 90.000 Senioren einen Unfall erleiden, der stationär behandelt werden muss?

... über 50 Prozent aller stationären Behandlungstage nach Unfällen auf die Gruppe 65 plus entfällt?

... rund alle 5 Stunden ein älterer Mensch bei einem Unfall stirbt und damit Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken für Menschen ab 65 Jahren gehören?

... die meisten Seniorenunfälle in der Wohnung oder näheren Wohnumgebung passieren?

... mindestens 60 % der unfallbedingten Verletzungen durch vorbeugende Maßnahmen vermeidbar sind?

... im Jahr 2011 in Österreich 4.069 Brände mit einem Schaden von mehr als 2.000 Euro im privaten Bereich registriert wurden? Das entspricht rund 54 Prozent aller Brandfälle!

... gerade Senioren besonders gefährdet sind, sich bei einem Brand zu verletzen oder zu sterben, da sie häufig aufgrund ihrer körperlichen Konstitution nur eingeschränkt oder gar nicht zur Selbstrettung fähig sind?

... ein Rauchwarnmelder nur etwa 10 Euro kostet, dafür aber Ihr Leben retten kann?

... qualitativ hochwertige Rauchwarnmelder seit September 2011 zusätzlich mit dem Qualitätszeichen "Q" für erhöhte Anforderungen gekennzeichnet sind?

... ein 6-kg-Feuerlöscher einen Entstehungsbrand beherrschbar macht und daher in jeden Haushalt gehört?

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4079

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919, E-Mail: pr@kfv.at, www.kfv.at
Brandverhütungsstellen: bogner werbung | pr, Mag. Gernot Bogner
Tel.: +43 (0)699-18922171, E-Mail: gernotbogner@me.com

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