Glawischnig: Faymann muss Chemielobbyisten Berlakovich zurückpfeifen

Umweltminister torpediert Kampf gegen Bienensterben

Wien (OTS) - "Es reicht nicht, dass Bundeskanzler Faymann wie ein Außenstehender Kritik am Chemielobbyisten Berlakovich übt. Als Regierungschef muss er ein Machtwort sprechen und den unfähigen ÖVP-Minister zurückpfeifen. Der Landwirtschaftsminister torpediert den Kampf gegen das Bienensterben und geht wieder einmal vor der Chemielobby in die Knie. Faymann muss nun in der EU klarstellen, dass Österreich für ein Verbot der Pestizide eintritt, die für das Bienensterben mitverantwortlich sind", stellt Klubobfrau und Bundessprecherin Eva Glawischnig, fest. Berlakovich hatte gestern in Brüssel gegen ein Teilverbot von drei Pestiziden im Zusammenhang mit dem Bienensterben gestimmt. "Berlakovich ist rücktrittsreif, denn er verhindert den Bienenschutz nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa", sagt Glawischnig.

"Die Argumentation des Umweltministers, wonach erst seriöse wissenschaftliche Studien vorgelegt werden müssten, ist absurd", kritisiert Glawischnig. Die EU-Kommission hat bereits im Februar 2013 einen Entwurf für das Verbot von drei hochgiftigen Insektiziden, nämlich den sogenannten Neonicotinoiden (Clothianidin, Imidacloprid und Thiametoxam) in Form eines zweijährigen Moratoriums vorgelegt. Basis dieser Vorlage der EU-Kommission war eine umfassende Studie der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA (siehe:
http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/130116.htm), die empfohlen
hatte, diese Pestizide aus dem Verkehr zu ziehen. Diese Stoffe gelten als hochgiftig für Insekten, insbesondere eben auch für die Bienen. "Der aktuelle Stand der Wissenschaft kommt eindeutig zum Ergebnis, dass der Einsatz der Neonicotinoiden bei allen Pflanzen, die von Bienen angeflogen werden, verboten werden sollte. Berlakovich Forderung nach noch mehr Studien ist eine pure Ausrede", so Glawischnig.

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