VÖZ-Präsident Kralinger warnt vor "Verzwergung der Medienlandschaft"

Österreich fördert Presse im Europa-Vergleich "zu niedrig" - Mit Modell der Journalismus-Förderung könnte Österreich Vorreiterrolle einnehmen

Wien (OTS) - Aufgrund der nicht einfachen Situation des Geschäftsmodells Zeitung im Allgemeinen und den Herausforderungen, die sich für Printmedien am kleinen Werbe- und Medienmarkt Österreich und mit einem dominanten öffentlich-rechtlichen Marktteilnehmer im Speziellen ergeben, warnte VÖZ-Präsident Thomas Kralinger vor einer "Verzwergung der österreichischen Medienlandschaft". Dies sagte er anlässlich des Tages des Qualitätsjournalismus, der am Dienstag zum dritten Mal vom Verband Österreichischer Zeitungen und dem Manstein-Verlag organisiert wurde.

Kralinger rief die Politik auf, Maßnahmen gegen diese drohende Verzwergung zu setzen: "Es muss im Interesse von Zivilgesellschaft und Politik liegen, inhaltliche Vielfalt und journalistische Qualität am österreichischen Medienmarkt zu erhalten. Presseförderung ist eine gesellschaftspolitische Maßnahme und nicht Wirtschaftsförderung. Die VÖZ-Mitgliedsmedien stellen einen unverzichtbaren Teil der demokratiepolitischen Infrastruktur Österreichs dar."

Österreich fördert die Presse im europäischen Vergleich "zu niedrig". In dieser Annahme sieht sich Kralinger durch die jüngst veröffentlichte Evaluierungsstudie zur Presseförderung bestärkt, die indirekte und direkte Presseförderungs-Instrumente im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt stellt: Österreich liegt hier hinter Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Schweden und Belgien. Spitzenreiter sind Norwegen, Frankreich und Italien, die beinahe sechsmal so viel in die Presse investieren wie Österreich. "Nach Jahren der Reduktion der Presseförderung, von fast 22 Mio. auf nunmehr 10,6 Mio. Euro, sowie der Einführung zusätzlicher Belastungen wie etwa einer höheren Umsatzsteuer auf Kombi-Abos mit E-Paper Ausgaben, ist es an der Zeit, Taten zu setzen", fordert der VÖZ-Präsident.

Kralinger lässt in diesem Zusammenhang Sympathien für das vom Autor der Evaluierungsstudie Hannes Haas präsentierte neuartige Fördermodell erkennen: "Mit einer Journalismus-Förderung unabhängig vom Trägermedium könnte Österreich eine internationale Vorreiterrolle einnehmen. Nachdem Medienstaatssekretär Josef Ostermayer diesem Modell zustimmend gegenübersteht und ebenso wie der Koalitionspartner eine Anhebung der Fördermittel zugesagt hat, sollte einer raschen Gesetzesreform eigentlich nichts mehr im Wege stehen."

Weiters verwies Kralinger auf die erfolgreiche Einigung zwischen VÖZ und Journalistengewerkschaft zum neuen Journalisten-Kollektivvertrag: "Um hochwertigen Journalismus zu publizieren und auch dem Leser verkaufen zu können, braucht es gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter, die ihren Beruf gewissenhaft ausüben. Dem entspricht der neue Kollektivvertrag, der vor allem auch den jungen Journalistinnen und Journalisten faire und marktkonforme Arbeitsbedingungen bieten wird."

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