StR Ludwig: Steinmetz-Lehrlinge im Einsatz bei der Rathausfassaden-Sanierung

Beim Bearbeiten von Vierungen lernen die Nachwuchskräfte "den richtigen Schliff"; aktueller Stand der Rathausfassaden-Sanierung

Wien (OTS) - Die Arbeiten beim ersten Bauabschnitt der
Restaurierung der Rathausfassaden sind voll im Gange. Neben Spezialisten wie Bildhauern und Restauratoren kommen dabei auch Steinmetzlehrlinge zum Einsatz. Unter der Aufsicht von Steinmetz-Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker bearbeiten die Lehrlinge Vierungen - Ersatzstücke für Fehlstellen an den Rathausfassaden - und gewinnen so wichtige Praxiserfahrung für ihr Handwerk.
Heute, Dienstag, lud Wohnbaustadtrat Michael Ludwig zu einem Augenschein mit Bundesinnungsmeister Wolfgang Ecker, Steinmetz-Lehrlingen und -Gesellen ein. Die Lehrlinge und Gesellen demonstrierten anhand der Bearbeitung von Vierungen ihr handwerkliches Geschick. ****

Die Lehrlinge sind sowohl in der Werkstatt des Steinmetzbetriebs Ecker in Traiskirchen als auch direkt vor Ort - beim Einsetzen der Ersatzstücke in die Rathausfassade - beteiligt.
"Es freut mich besonders, dass bei der Sanierung der Rathausfassaden auch Lehrlinge dieses traditionsreichen Handwerks mitarbeiten. Da es zum Lernen nicht mehr viele Gebäude wie das Wiener Rathaus gibt, bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit für die Nachwuchskräfte, berufliches Können zu erwerben", betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
"Die Restaurierung der Rathaus-Fassaden im ersten Bauabschnitt geht ausgezeichnet voran. So konnte die umfangreiche Reinigung der Natursteine kürzlich abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurden bereits zahlreiche Fehlstellen aus der Fassade herausgelöst und Ergänzungen in der Werkstatt vorbereitet. Auch die Arbeiten für die Figuren wurden bereits begonnen", informierte Ludwig über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten.

21 SpezialistInnen und fünf Lehrlinge

Seit dem Start der Sanierung wurden für die bereits durchgeführten Maßnahmen im ersten Bauabschnitt zehn Steinmetze, zwei FigurenrestauratorInnen, eine Bildhauerin sowie fünf Steinmetz-Lehrlinge eingesetzt. 15.626 Arbeitsstunden wurden bisher geleistet.
Um die nun anstehenden, zeitintensiven restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen (Vierungen, Steinergänzung, Verfugungen etc.) gemäß Zeitplan durchführen zu können, werden ab sofort zusätzlich acht Steinmetze bzw. akademische Steinrestauratoren beschäftigt.

Reinigung mit Partikel-Trockenstrahlgeräten

Nach Abschluss der Gerüstarbeiten wurde Mitte Oktober 2012 in allen drei Teilabschnitten (rechte Fassade und Mittelrisalit Friedrich-Schmidt-Platz sowie linke Fassade Lichtenfelsgasse) des ca. 4.500 m2 großen ersten Bauabschnitts mit den Reinigungsmaßnahmen begonnen.
Die Reinigung der Natursteinfassaden, bei der einige Tonnen Strahlmittel verbraucht wurden, erfolgte mit insgesamt neun unterschiedlichen Partikel-Trockenstrahlgeräten mit einem Arbeitsdruck von max. 2 Bar. Als Strahlmittel ist Glaspudermehl in Verwendung, die Reinigungsmaßnahmen konnten nun im April 2013 abgeschlossen werden.

Fehlende Aufsatzblumen auf den Balustraden wiederhergestellt

Parallel dazu erfolgten in den Fassadenflächen konservatorische Sicherungsmaßnahmen sowie die Vorbereitung der erforderlichen Natursteinergänzungen. Hierfür wurden bereits zahlreiche Schadstellen vorsichtig herausgelöst und die Natursteinvierungen in der Werkstatt bildhauerisch vorbereitet. So wurden z.B. schon alle 20 Rekonstruktionen der fehlenden Aufsatzblumen - ein wichtiges schmückendes Fassadendetail auf den Balustraden - in der Steinmetzwerksatt fertiggestellt.

Rekonstruktion der Fehlstellen an den Figuren

Auch bei den 13 überlebensgroßen allegorischen Figuren am Mittelrisalit aus feinkörnigem Savonnières-Kalkstein wurde bereits mit den Arbeiten begonnen. Da hier die Schäden aufgrund des speziellen Gesteins besonders problematisch sind, mussten dazu einige Voruntersuchungen zum konservatorischen Programm durchgeführt werden. Eine Bildhauerin rekonstruiert die Figuren. Im ersten Schritt werden die Entwürfe für die Rekonstruktion der Figuren ausgearbeitet. Sämtliche denkmalpflegerischen und restauratorischen Maßnahmen werden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der restauratorischen Baubegleitung ausgeführt.

Rathausfassaden-Sanierung im Überblick

Die Restaurationsarbeiten am Wiener Rathaus werden in insgesamt elf Bauabschnitten ausgeführt. Die festgelegten Abschnitte werden durchschnittlich 3.200 Quadratmeter Fassadenfläche betragen. Geplant ist, mit den einzelnen Bauabschnitten jeweils im Herbst zu beginnen und die Arbeiten vor dem Winter des darauf folgenden Jahres fertig zu stellen. Die endgültige Fertigstellung der Restaurierung der Rathausfassaden ist mit Ende 2023 vorgesehen. Die Gesamtkosten der Generalsanierung der Fassaden werden sich auf rund 35 Mio. Euro belaufen.
Das Gesamtsanierungskonzept umfasst außerdem Maßnahmen wie die Reinigung und Instandsetzung der Säulen in den Durch- und Einfahrtsbereichen, die Instandsetzung der im Zuge der Steinfassadeninstandsetzung betroffenen Türen, Tore, Fenstergitter, Bleiverglasungen sowie den Umbau der Beleuchtungseinrichtungen (u.a. Festbeleuchtung und Arkadengangbeleuchtung Rathausplatz) auf moderne und energieeffiziente Leuchten.

Die Sanierungsabschnitte:

Bauabschnitte 1 (4.010 m2) und 2 (5.120 m2) : Westfassade Friedrich-Schmidt-Platz
Bauabschnitte 3 (4.500 m2) und 4 (4.200 m2): Fassaden Arkadenhof, Felderstraße
Bauabschnitte 5 (4.850 m2) und 6 (4.100 m2): Felderstraße, Hauptturm Bauabschnitte 7 (700 m2) und 8 (700 m2): Nebentürme
Bauabschnitte 9 (3.450 m2) und 10 (3.450 m2): Rathausplatz Bauabschnitt 11: Freitreppe am Rathausplatz (Schluss) da

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