"trend": Ungenützte Daten zu Steuersündern

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck soll angeblich seit Jahren im Besitz von liechtensteinischen Stiftungsdaten über österreichische Steuerflüchtlinge sein.

Wien (OTS) - Möglicherweise lagern bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck seit über einem Jahrzehnt Unterlagen über österreichische Steuerflüchtlinge, die ihr Vermögen in liechtensteinischen Stiftungen gebunkert haben, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. Treuhänder dieser Stiftungen sei der bekannte Kunstsammler Herbert Batliner. Dessen ehemaliger IT-Experte, der Vorarlberger Klaus Lins, hatte Batliner 1997 mehr als 16.000 Datensätze entwendet, die in der Folge dem deutschen Fiskus hunderte Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen, darunter etliche Millionen des Springreiters Paul Schockemöhle, bescherten.

Lins, der später wegen Datendiebstahls sechs Monate in Haft verbringen musste, schildert nun in einem "trend"-Interview einen Besuch des Innsbrucker Oberstaatsanwaltes Kurt Spitzer, der um die Jahrtausendwende vom deutschen Bundesnachrichtendienst damit beauftragt war, den Vorwürfen hinsichtlich Geldwäsche und Steuerhinterziehung im Fürstentum nachzugehen. "Spitzer war persönlich bei mir, mit ihm auch Beamte des Innenministeriums. Die haben alles beschlagnahmt", erzählt Lins: "Bei den Aufzeichnungen waren zumindest drei interessante österreichische Stiftungen dabei. Aber auch sehr viele österreichische Namen in internationalen Stiftungen. Herr Spitzer war und ist sich wohl gar nicht bewusst, was er da für einen Datenschatz in Händen hält. Ich glaube nicht, dass er das an die Finanz weitergeben hat."
Um welche Stiftungen und Namen es sich dabei handelte, wollte Lins allerdings nicht verraten. "Ich will ja meinen Lebensabend in Österreich verbringen", so der Datendieb zum "trend".

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