ÖGB-Jugendkongress - Fischer: "Ihr müsst die Demokratie verteidigen, mit Leben erfüllen!"

Prammer: Bei Wahlen kommt es auf jede einzelne Stimme an

Wien (OTS/ÖGB) - In seiner Eröffnungsrede beim 33. Bundesjugendkongress des ÖGB knüpfte Bundespräsident Heinz Fischer an das heutige Datum an: "Der 27. April ist der Geburtstag der zweiten Republik, der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, vom Terror, die Wiedererrichtung eines selbständigen Staates konnte beginnen." Aus der Geschichte habe man gelernt, dass man Demokratie durchsetzen kann, wenn man genug Mitstreiter hat, aber auch, dass man die Demokratie wieder verspielen kann, wie das 1938 war. Fischer: "Den Wert der Demokratie merkt man manchmal erst im vollen Umfang, wenn sie verloren gegangen ist. Und einen solchen Moment darf es in der österreichischen Geschichte nie mehr geben!"

Fischer betonte, dass die Jugendlichen in Österreich die Demokratie zwar nicht erkämpfen müssen, er appellierte aber: "Ihr müsst die Demokratie verteidigen, mit Leben erfüllen. Und ihr müsst sie wirklich wollen. Die Zukunft der Demokratie liegt in euren Händen." Die Probleme der heutigen Zeit sind komplexer als früher, sagte Fischer: "Daher brauchen wir komplexe Antworten. Denken und Reden in Schwarzweißkategorien findet vielleicht mehr Aufmerksamkeit, aber auf Dauer wird es den Problemen nicht gerecht. Populismus ist kein nachhaltiges politisches Konzept, vor allem wenn er sich auf Fremdenfeindlichkeit stützt."

Zur Tatsache, dass in Europa Millionen Menschen arbeitslos sind, meinte Fischer: "Immer mehr Wissenschafter sagen: Das Rezept gegen eine solche Entwicklung kann nicht allein die Sparpolitik sein, die der Wirtschaft keine Luft zum Atmen lässt. Es ist unbedingt notwendig, einen konsolidierten Haushalt zu kombinieren mit mittel-und langfristigen Aufbau- und Investitionsprogrammen."

Prammer: Es steht viel auf dem Spiel, wenn die Jugend nicht zu Wahlen geht

"Gerade die ÖGJ weiß sehr genau, dass es ohne Demokratie nicht geht, dass wir sie festigen müssen, um in eine gute Zukunft zu gehen", sagte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. "Gerade die ÖGJ trägt das in die junge Bevölkerung hinein." Die Gewerkschaftsjugend sei ein starker Partner für die Politik, ein wichtiger Pfeiler innerhalb des ÖGB und innerhalb der Österreichischen Bundesjugendvertretung.

Prammer sprach weiters die Bedeutung der Demokratie gerade für junge Menschen an: "Es steht viel auf dem Spiel, wenn gerade die Jugend nicht zur Wahl geht und denkt, man kann ohnehin nichts ausrichten", so Prammer. Als Beispiel dafür, dass es auf jede einzelne Stimme ankomme, nannte Prammer die Landtagswahl in Kärnten, wo eine einzige Stimme darüber entschieden habe, welche Partei einen Sitz in der Landesregierung habe. "Das zeigt deutlich, wie wichtig es ist, zu Wahlen zu gehen." Österreich sei das einzige Land weltweit, das jungen Menschen schon ab 16 Jahren das Wählen ermögliche. "Das ist eine große Verantwortung für alle, aber auch die Jugendlichen selbst haben damit eine große Verantwortung." Die Demokratiewerkstatt des Parlaments sei ein gutes Instrument, um das Verständnis für Demokratie bei jungen Menschen zu verstärken, mehr als 60.000 SchülerInnen hätten bereits daran teilgenommen. Prammer kündigte an, dass die Demokratiewerkstatt bald auch für Lehrlinge geöffnet werden solle, "damit auch sie erfahren und erleben, wie es ist, Teil der Demokratie zu sein."

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