Mobilität und Kraftstoffe: Was uns künftig antreibt

1000 Experten tagen beim Internationalen Wiener Motorensymposium

Wien (OTS) - Erdöl wird im Transportsektor auch langfristig der dominierende Energieträger sein. Otto- und Dieselkraftstoffe sind noch lange keine Auslaufmodelle und im Straßenverkehr auf lange Zeit unentbehrlich. Diese Ansicht vertrat Donnerstag Nachmittag Dr. Peter Sauermann, Aral-Forschungsdirektor und europäischer Technology Manager für Kraftstoffe bei BP Europa, in seinem Vortrag "Mobilität der Zukunft" im Rahmen des Internationalen Wiener Motorensymposiums. Aber: Kraftstoffalternativen werden zunehmend wichtiger, weil der globale Trend zu individueller Mobilität anhalten wird.

Der Kraftstoffexperte bezog sich in seinen Ausführungen auf zwei BP-Studien: den alljährlich veröffentlichten "Statistical Review of World Energy" zur Statistik der wesentlichen Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und nichtfossile Stoffe, sowie auf den "Energy Outlook 2030" über Langzeittrends im Bereich Energie.

Erwartet wird, dass der globale Rohölverbrauch in absoluten Zahlen nach wie vor steigt, sein relativer Anteil im Vergleich zu anderen Energiequellen jedoch stetig abnimmt. Die größten Zuwächse werden Erdgas und erneuerbare Energien aufweisen. BP geht davon aus, dass die Nutzung aller erneuerbarer Energien - einschließlich der Biokraftstoffe - bis 2030 etwa fünfmal so schnell ansteigen wird wie der allgemeine Energieverbrauch.

Moderne Konzepte mit Verbrennungsmotor in Kombination mit den richtigen und nachhaltigen Biokraftstoffen haben, so Dr. Sauermann, noch enormes Effzienzpotenzial beim Kraftstoffverbrauch und damit zur Reduzierung von CO2-Emissionen.

Batterietechnik wird nie an Speicherdichte chemischer Energieträger heranreichen

Für den Chemiker Prof. Dr. Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Plank-Gesellschaft Berlin, erfordere "die Mobilität als fundamentale Errungenschaft unserer Kultur" in unserer heutigen technischen Ausprägung Energiequellen, die hohe Dichten, leichte Verfügbarkeit, sichere Handhabung und nachhaltige Bereitstellung in sich vereinen müssen. Fossile Kohlenwasserstoffe und ihre Substitute aus nachwachsenden Rohstoffen erfüllen zumindest die letzte Bedingung nicht, "wenn man die Dimension ihres Einsatzes berücksichtigt", so Prof. Schlögl in seinem Vortrag.

Regenerativ gewonnener Wasserstoff sei eine Alternative im Automobil, ebenso könne Elektromobilität ihren Beitrag leisten. Die Batterietechnik verfüge zwar über weitere Technologiepotenziale, werde aber "aus fundamentalen Gründen niemals in die Nähe der Speicherdichte chemischer Energieträger kommen können". Für Langstreckenreisen und den Güterferntransport wird ein erheblicher Bedarf an Kraftstoffen mit hoher Energiedichte erforderlich bleiben, der sich elektrisch nicht decken lässt, betonte der Vortragende. Hier biete sich an, primär erzeugten regenerativen Wasserstoff in flüssige Kraftstoffe umzusetzen. Zur Sicherstellung von Mobilität in nachhaltigen Energiesystemen sei eine enorme Anstrengung in Grundlagenforschung und Technologieentwicklung erforderlich.

Globale Erdgasflotte könnte sich bis 2035 verdoppeln

Kann Erdgas eine Brückentechnologie für die Mobilität der Zukunft darstellen? Dieser Frage ging Dr. Wolfgang Warneke, Chefwissenschaftler von Shell, in seinem Vortrag auf den Grund. Die Antwort: Ja.

Nach den Worten des Kraftstoffexperten biete Erdgas als kohlenstoffarmer, sauberster fossiler Energieträger potenzielle Emissionsvorteile. Kraftstoffe aus Erdgas könnten dazu beitragen, die Energieversorgung im Transportsektor zu diversifizieren und zu ergänzen. Weiterer Vorteil: Erdgasressourcen sind reichlich verfügbar und bezahlbar, nach heutigem Stand könnten Vorkommen den aktuellen Gasverbrauch noch 230 Jahre lang decken.

Dr. Warneke verwies auf die Internationale Energieagentur, nach deren Einschätzung die global bestehende Erdgasflotte sich von derzeit 14,4 Mio. Fahrzeugen bis 2035 auf 31 Mio. verdoppeln und bei einer stärkeren Unterstützung durch Regierungen sogar auf 70 Millionen anwachsen könnte.

Dazu bedürfe es eines adäquaten Erdgasfahrzeug-Angebots, wettbewerbsfähiger Erdgas-Verbraucherpreise, eines Ausbaus der Tankstellen-Infrastruktur sowie der Schaffung einer höheren Verbraucherakzeptanz, so der Shell-Chefwissenschaftler.

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