Tino Sehgal für Turner-Preis 2013 nominiert

Tino Sehgal mit neuer Arbeit in der KUNSTHALLE KREMS zu sehen

Wien (OTS) - Der deutsch-britische Künstler Tino Sehgal wurde heute für den renommierten britischen Turner-Preis nominiert. Dieser gilt als die vielleicht prestigeträchtigste Auszeichnung für zeitgenössische Kunst überhaupt und wird seit 1984 an in Großbritannien lebende Künstler/innen unter 50 Jahren vergeben. Tino Sehgal ist aktuell im Rahmen der Kooperation zwischen der Kunsthalle Krems und dem donaufestival mit einer Intervention von Donnerstag, 25. April, bis Samstag, 27. April 2013, von 10.00 bis 18.00 Uhr zu sehen.

Tino Sehgals Arbeiten umwittert das Gerücht. Wobei deren Immaterialität und Nicht-Fassbarkeit auch Exklusivität implizieren, denn nur wer das Ereignis eines seiner Stücke, einer Intervention oder 'Situation', tatsächlich erlebt hat, wer körperlich anwesend war, ist im wahrsten Sinne des Wortes im Bilde. Nichts wird im Vorfeld über das geplante Ereignis in der Kunsthalle Krems verraten außer Ort und Zeit der Handlung, doch selbst diese Angaben halten sich im Rahmen des regulären Ausstellungsbetriebs diffus, ohne konkreten Beginn und Ende, ohne Bühne, ohne Versammlungsort und -zeit für ein Publikum, das es in dem Sinne gar nicht gibt. Tino Sehgals Interventionen begegnen uns weder als Teil eines Zuschauerkollektivs noch auf getrennten räumlichen Levels, sondern unmittelbar und subjektiv. Über die Tage werden sich in dem institutionell- musealen Setting 'Situationen' ereignen, die sich vielleicht auf den ersten Blick nur geringfügig vom 'normalen' Museumsalltag unterscheiden. Doch Sehgals Aktionen sind intrusiv, sie bringen eine Unruhe, ein Staunen hervor, eine Schärfung der Wahrnehmung derer, die anwesend sind, die Teil haben an einer unwiederbringlichen Situation. Bei aller vermeintlichen Unbestimmtheit sind die Regeln von Sehgals Inszenierungen stringent gesetzt und bewegen sich innerhalb der Parameter und Koordinaten seines Interessens- und Studienfeldes zwischen Tanz, Kunst und Ökonomie. Im Kontext der zeitgenössischen Kunstproduktion, in einer Welt, die von Produktion und Visualisierung lebt, generiert der Künstler einen Mangel und verweigert sich im Geiste der Nachhaltigkeitsdebatte der Anhäufung von Produkten - auch Kunstprodukten - konsequent. In diesem Sinne verspricht auch diese neue Arbeit in der Kunsthalle Krems als ephemere, raumzeitliche Intervention eine Verschiebung der objektzentrierten Aufmerksamkeitsökonomie des musealen Betriebs zu einem dialogischen Geschehen, das die BesucherInnen involviert.

Das donaufestival widmet sich in seiner 9. Ausgabe vermehrt performativen Kunstformen jenseits des Theaters, die im Kontext von bildender Kunst und Aktionismus agieren. Tino Sehgals Intervention ist eine Kooperation von Kunsthalle Krems und donaufestival und wurde durch die Fondazione Sandretto Re Rebaudengo unterstützt.

Veranstaltungsort

Kunsthalle Krems, Franz-Zeller-Platz 3, 3500 Krems an der Donau Donnerstag, 25. April, bis Samstag, 27. April 2013, von 10.00 bis 18.00 Uhr

Mehr Informationen zur Kunsthalle Krems: www.kunsthalle.at
Mehr Informationen zum donaufestival: www.donaufestival.at

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