Nationalrat - Kuzdas: Rückkehr zum Wachstumspfad ist entscheidend für Eurozone

Staatschulden sind nicht Ursache, sondern Folge der Krise

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Abgeordneter und Mitglied im Finanz-Ausschuss Hubert Kuzdas freute sich über den Beschluss der Zypern-Hilfe, denn sie würde "Stabilität in die Euro-Zone bringen". Dennoch stehe der Euro-Zone noch ein langer Weg bevor. "Für die Zukunft ist entscheidend, wie schnell wir zum Wachstumspfad zurückkehren können", erklärte der Abgeordnete heute, Donnerstag, im Nationalrat. ****

Zypern sei der "Beweis für das Scheitern eines Wirtschaftsmodells, das alleine auf einen starken Finanzsektor setzt", sagte Kuzdas. Um jedoch die Euro-Krise langfristig zu lösen, müssten die Ursachen identifiziert werden. "Wer meint, dass Staatsschulden das Kernproblem sind, liegt falsch. Schulden sind nicht die Ursache, sondern die Folge der Krise", sagte der Abgeordnete im Nationalrat.

Kuzdas bezog sich auf den Ökonomen Heiner Flassbeck, der Ungleichgewichte in der Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Euro-Staaten als Krisen-Ursache ausmacht: "Diese wurden zu einem erheblichen Teil von Deutschland, aber in abgeschwächter Form auch Österreich verursacht. Lohnzurückhaltung und die daraus folgenden niedrigen Lohnstückkosten haben zu einem Wettbewerbsvorteil geführt", erklärte Kuzdas. Das erhöhte die Haushaltsbilanzdefizite der südlichen Euro-Länder, die über Kredite finanziert werden mussten. Die Ungleichgewichte könnten aber nicht über Nacht, zum Beispiel durch einen Austritt aus der Euro-Zone und Abwertung, abgebaut werden. "Die Folge wäre tiefe Rezession, denn die Überschussländer würden sofort ihre Exporte verlieren und auch in die Krise schlittern", so der Abgeordnete. Stattdessen müsse man die Zinslast für die angeschlagenen Volkswirtschaften erleichtern, zum Wachstumspfad zurückkehren und die Ungleichgewichte abbauen. (Schluss) em/che

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