Klug zu Grundwehrdienst-Reform: Besserer Dienstbetrieb, mehr Ausbildung, mehr Sport, bessere Unterkünfte

10.000 Rekruten nahmen an Befragung zur Attraktivierung des Grundwehrdienstes teil

Wien (OTS/SK) - Die Rekruten des Österreichischen Bundesheeres wurden zu Verbesserungen des Grundwehrdienstes befragt. Am Donnerstag stellte Verteidigungsminister Gerald Klug die Ergebnisse gemeinsam mit dem stv. Chef des Generalstabs, Generalleutnant Othmar Commenda und dem Soldatenvertreter Rekrut David Spiegl vor. Klug betonte, dass es ihm aufgrund seiner politischen Herkunft als Gewerkschafter wichtig sei, auch jene zu Wort kommen zu lassen, die von Maßnahmen unmittelbar betroffen sind. Die häufigsten Nennungen der Rekruten im Zusammenhang mit dem Grundwehrdienst kamen bezüglich Bezahlung, Dienstbetrieb, Ausbildung, Sport und Infrastruktur. "Es geht hier um einen wichtigen Beitrag der Grundwehrdiener selbst, der selbstverständlich in die Ergebnisse einfließen muss", betonte der Verteidigungsminister. ****

Die 10.000 Rekruten, die sich bei der Befragung einbrachten, entsprechen einer Rücklaufquote von etwa 90 Prozent. "Das ist nicht nur ein tolles, sondern auch ein repräsentatives Ergebnis", stellte Klug fest. Die Anliegen Dienstbetrieb und Ausbildung spiegeln sich insgesamt mit einer Gewichtung von 32 Prozent. Den Verbesserungen beim Sport sind 12 Prozent zuzuordnen, ebenso den Verbesserungen bei der Infrastruktur.

"Was sich deutlich abbildet und einmal mehr bestätigt ist, dass es die Grundwehrdiener als sinnvoll und spannend erachten, mehr im militärischen Kerngeschäft ausgebildet zu werden", sagte Klug. Also:
mehr Schießübungen, mehr militärische Ausbildung und auch "in andere Truppen hineinschnuppern". Auch mit dem Chargendienst, der nicht sehr attraktiv ist, will man sich auseinandersetzen, um ihn zu optimieren. "Wenn sich die Burschen für das Militär entschieden haben, wollen sie unmittelbar auch das Militär erleben", sagte Klug. Das bedeute:
weniger Schreibtischjobs und mehr Grundwehrdiener bei der Truppe.

Bezüglich des Sportangebots sagte Klug: "Jawohl, wir werden uns bemühen, mehr Sport anzubieten." Derzeit sei der Sport zu sehr auf das Laufen ausgerichtet. Hier soll es in Zukunft mehr Kreativität geben, es soll mit den Sportvereinen vor Ort zusammengearbeitet werden, um hier ein attraktives Angebot zu legen. Auch sollen Fußballspiele oder Wettkämpfe durchgeführt werden, vielleicht auch mit den Heeressportlern.

Ein Viertel der Vorschläge bezieht sich auf das Thema Bezahlung. In der Frage der Entlohnung gibt es zwar keinen Spielraum, allerdings betonte Klug, er habe "ein anderes Angebot für die jungen Burschen, die sich für das Bundesheer interessieren". Schon jetzt gebe es die Möglichkeit, erinnerte der Verteidigungsminister, dass bei der einjährigen Verpflichtung ab den ersten Tag 1.000 Euro monatlich angeboten werden.

Zum Umgangston erklärte der Verteidigungsminister, dass er bereits eine Maßnahme initiiert habe, von der sowohl das Kaderpersonal als auch die Grundwehrdiener profitieren werden. Mit dem Zentrum für menschenorientierte Führung und der Wehrpolitischen Bildung soll es in Zukunft zum Thema Unternehmenskultur im Österreichischen Bundesheer einen neuen Zugang geben. "Der Befehlston im Österreichischen Bundesheer wird bleiben, aber es geht um einen angemessenen Umgangston." Auch soll es künftig eine Feedbackschleife der Vorschläge der Soldatenvertreter geben, die in dieser einen Stelle zusammengeführt werden. "Damit gewährleistet wird, dass sich die Situation der Grundwehrdiener im Österreichischen Bundesheer laufend verbessert."

Zum weiteren Zeitplan erklärte Klug, dass er sehr optimistisch sei. "Das Ziel ist völlig klar, wir werden Ende Juni das Gesamtpaket für die Reform des Grundwehrdienstes präsentieren", will Klug am "straffen Zeitplan" festhalten. Es sollen bis dahin insgesamt drei Zwischenergebnisse präsentiert worden sein. Das erste wurde bereits vorgestellt und betraf die Thematik der Reduktion der Systemerhalter. Das zweite betrifft den Schwerpunkt Sport und das dritte Zwischenergebnis wird den Schwerpunkt Miliz betreffen. "Alle Ergebnisse werden im Endergebnis einfließen" und seien als Puzzelsteine zu betrachten, betonte Klug. (Schluss) up/che

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