Mit Erdgas fahren: Neue Technologien machen Hoffnung

Internationales Wiener Motorensymposium wird fortgesetzt

Wien (OTS) - Vom "Dual Fuel" bis zum "CULT-Antrieb": Das Potenzial von Erdgas zum Erreichen des Ziels, den CO2-Ausstoß von Fahrzeugantrieben drastisch zu senken, scheint durch völlig neuartige technische Entwicklungen an Bedeutung zu gewinnen. Viel versprechende Forschungsprojekte, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, wurden Donnerstag Vormittag beim 34. Internationalen Wiener Motorensymposium vorgestellt. 1000 Motorenexperten und Wissenschaftler aus aller Welt nehmen an diesem Kongress in der Wiener Hofburg teil.

Eines dieser Forschungsprojekte wird im Magna Powertrain Engineering Center Steyr betrieben - die kombinierte Verbrennung von Erdgas und Dieselkraftstoff in einem geringfügig modifizierten 7-Liter-Nutzfahrzeugmotor. Gaszumischungsraten von bis zu maximal 90 Prozent, im Durchschnitt 70 Prozent, sind dabei möglich.

Die gleichzeitige Verbrennung von Diesel und Erdgas "zeigt über weite Bereiche des Motorkennfelds großes Potenzial für Partikel- und CO2-Reduktion", berichtete Dipl.-Ing. Clemens Doppelbauer von Magna. In den Versuchen konnten die CO2-Emissionen um aktuell 18 Prozent verringert werden, teilweise sogar bis zu 25 Prozent. Für die Frächter relevant sei die kurzfristig erzielbare signifikante Reduktion der Kraftstoffkosten und die Freiheit, im Bedarfsfall im reinen Dieselbetrieb fahren zu können, so DI Doppelbauer. Dies werde dem Dual-Fuel-Verbrennungsverfahren in den nächsten Jahren einen beachtlichen Marktanteil im Langstrecken-Güterverkehr bescheren.

CULT-Antrieb als attraktive Alternative zum Elektroauto

Über den "CULT-Antrieb" - ein Forschungsprojekt am Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik an der TU Wien mit Magna Steyr Fahrzeugtechnik und weiteren Partnern - berichtete der Motorenexperte Prof. Dr. Peter Hofmann. Im Zuge des Projekts wird ein hocheffizienter Gasmotor mit Direkteinblasung für ein Ultraleicht-Fahrzeug im A-Segment entwickelt. Der Kleinwagen soll nicht mehr als 600 Kilogramm auf die Waage bringen und im Hinblick auf das CO2-Flottenverbrauchsziel für 2020 vom 95 g/km eine attraktive Alternative zu Elektrofahrzeugen darstellen.

CULT steht für "Cars' Ultra Light Technology". Als Basis für das Antriebsaggregat dient ein serienmäßiger Dreizylinder-Ottomotor, ein Vierventiler mit Abgasturboaufladung, der für monovalenten Erdgasbetrieb adaptiert und optimiert wird. Besonderheiten des Motors sind Direkteinblasung und hohe Verdichtung. Im Vergleich zur Basis-Benzinmotorvariante konnte der CO2-Ausstoß bereits um 31 Prozent abgesenkt werden, berichtete Prof. Hofmann - mit den weiteren geplanten Maßnahmen am Antriebsstrang und dem Fahrzeug gelange damit das ambitionierte Ziel von 50 Gramm CO2 pro Kilometer "in erreichbare Nähe".

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