Zivildienst & Freiwilligengesetz: FSJ sieht in der Reform tollen Fortschritt, Lücken sind noch zu schließen

Wien (OTS) - "Wir begrüßen diese Weiterentwicklung im Bereich des Freiwilligen Sozialjahres. Hier sind tolle Schritte gelungen, die Öffnung des Rettungsdienstes für Frauen ist ein Durchbruch und die Möglichkeit, ein FSJ anstelle des Zivildienstes abzuleisten, hebt die Durchlässigkeit der beiden Systeme." Mit diesen Worten begrüßt die Vorsitzende des Freiwilligen Sozialen Jahres, Mag.a Judit Marte-Huainigg, die Neuerungen beim Zivildienst- und Freiwilligengesetz.

Die Änderungen zeigten sehr deutlich eine größere Anerkennung des FSJ seitens der Politik, zudem würden weitere Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet, freut sich Marte-Huainigg: "Das deutlich gewachsene Interesse der jungen Menschen, ein Freiwilliges Sozialjahr zu machen, beweist, dass das Freiwilligengesetz und die Zuerkennung der Familienbeihilfe während des Einsatzes ein voller Erfolg sind. Sozialminister Hundstorfer und Innenministerin Mikl-Leitner beweisen mit dem heute präsentierten Paket Lösungskompetenz und Interesse, die Rahmenbedingungen für das Freiwillige Sozialjahr weiter zu verbessern."

Lücke bei den Ausbildungskosten schließen

Während die öffentliche Hand für die Zivildiener in Zukunft einen Ausbildungsbeitrag leisten wird, ist das für das Freiwillige Sozialjahr nicht geplant, das ist eine große Lücke.
Daher ortet die FSJ-Vorsitzende Handlungsbedarf bei den Kosten für die Ausbildung: "Wir halten es für extrem wichtig, dass es nicht nur beim Zivildienst, sondern auch beim Freiwilligen Sozialjahr einen Ausbildungsbeitrag der Öffentlichen Hand gibt", betont Marte-Huainigg. Denn derzeit müssten die Stellen, in denen die TeilnehmerInnen am Freiwilligen Sozialjahr zum Einsatz kommen, nicht nur die gesamten Sozialversicherungskosten und Taschengelder finanzieren, sondern sie blieben zudem auch auf den kompletten Ausbildungskosten sitzen. "In Deutschland wird das FSJ mit rund 200 Euro pro Person und Monat gefördert, in Österreich sind es gerade einmal 28 Euro", kritisiert Marte-Huainigg.

Lückenschluss bei der Familienbeihilfe

Eine "reparaturbedürftige Ungerechtigkeit" ortet die Vorsitzende des Freiwilligen Sozialen Jahres bei der Familienbeihilfe: "Wir fordern die politischen Verantwortlichen dazu auf, die Lücken bei der Familienbeihilfe zu schließen." Denn: "Während Zivildiener in den Zeiten zwischen Ausbildung oder Lehre und Zivildienst Familienbeihilfe erhalten und bei den Eltern mitversichert sind und auch in einer etwaigen Ausbildungslücke danach diese Vorteile genießen, fallen Absolventinnen und Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres derzeit um alle diese Vorteile um", betont Marte-Huainigg: "Das ist unfair und gehört beseitigt." Auch die Krankenanstalten sollten für FSJ-Einsätze geöffnet werden.

Rückfragen & Kontakt:

Dipl. Päd. Harald Fartacek
Geschäftsführer
Verein zur Förderung freiwilliger sozialer Dienste
Tel.: 0732 7610-3911

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0007