Kalliauer: Sonntag darf nicht zum Berufsalltag werden - Sonntagsarbeit um 1,7 Prozent angestiegen

Linz (OTS) - Fast eine halbe Million Menschen arbeiteten 2012 in Österreich regelmäßig an Sonntagen. Im Vergleich zu 2011 ist die Zahl der Betroffenen um knapp zwei Prozent gestiegen, was fast ausschließlich Frauen betraf. "Sonntagsarbeit muss auf gesellschaftlich wichtige Bereiche beschränkt bleiben und darf nicht zum Berufsalltag werden!", so der Präsident der AK Oberösterreich, Dr. Johann Kalliauer, der die Einhaltung der Gesetze einmahnt und für Sonntagarbeitende ausreichend freie Wochenenden fordert.

Rund 458.000 Arbeitnehmer/-innen haben laut AK-Berechnungen auf Basis der Daten von Statistik Austria im Jahr 2012 regelmäßig (mindestens zwei Mal pro Monat) an Sonntagen gearbeitet. Das sind um knapp 8000 mehr als 2011. Dieser Zuwachs betraf fast zur Gänze Frauen. Für Oberösterreich gibt es Daten für das Jahr 2011, wonach 65.400 Beschäftigte in unserem Bundesland von regelmäßiger Sonntagsarbeit betroffen waren.

Die meisten Menschen, die regelmäßig Sonntagsarbeit leisten, sind im Beherbergungsgewerbe und in der Gastronomie beschäftigt, an zweiter Stelle liegt das Gesundheits- und Sozialwesen. Siehe Grafik unter
http://www.arbeiterkammer.com/online/sonntagsarbeit-nimmt-zu-72554.ht
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"Den Versuchen, die Sonntagsarbeit mittels fragwürdiger Konstruktionen im Handel einzuführen, muss unbedingt Einhalt geboten werden!", so Kalliauer, der den nunmehrigen - bis zur Klärung der Rechtslage noch vorläufigen - Rückzieher von dayli begrüßt. Die geplante Gewerberechtsnovelle kann dazu endgültig Klarheit herstellen. Die AK Oberösterreich, Mitglied der bereits 1997 gegründeten Allianz für den freien Sonntag in Oberösterreich, betont die Wichtigkeit beharrlichen Protests der Gewerkschaft im aktuellen Fall und erinnert an den erfolgreichen Widerstand gegen die Öffnung des SPAR-Marktes an Sonntagen auf dem Linzer Bahnhof 2004.

Eine Ausweitung der Sonntagsöffnung bringt weder Wirtschaftswachstum noch zusätzliche Arbeitsplätze, sondern einen Verdrängungswettbewerb auf Kosten der korrekt agierenden Handelsbetriebe und auf dem Rücken der Arbeitnehmer/-innen. Es droht die grenzen- und rastlose Verfügbarkeit des Menschen im Arbeitsprozess. Und wenn Sonntagsarbeit erst einmal "normal" ist, wird es keine Zuschläge mehr geben.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert, dass bestehende Vorschriften zum Sonntags- und Feiertagsschutz effektiv kontrolliert und Verstöße konsequent geahndet werden. Sonntagsarbeit ist eine außerordentliche Belastung, die dementsprechend abzugelten ist.
"Wo Sonntagsarbeit notwendig ist, müssen die Betroffenen dennoch ausreichend freie Wochenenden haben, damit ihre sozialen Bindungen nicht verloren gehen", fordert der AK-Präsident. Gemeinsame Zeit ist ohnehin schon knapp, weil für viele Beschäftigte das Wochenende erst am Samstagnachmittag oder Samstagabend beginnt.

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