Zivildienstreform - Hundstorfer: Anerkannte Ausbildungen werden in Zukunft in allen Einrichtungen gefördert

Sozialminister Hundstorfer präsentierte Eckpunkte der Zivildienstreform

Wien (OTS/SK) - Zivildienstorganisationen im Gesundheits- und Behindertenbereich sollen ab Oktober Fördergelder erhalten, wenn sie anerkannte Ausbildungen für ihre Zivildiener anbieten. Zivildiener sollen so in Zukunft auch abseits der Rettungssanitäter-Ausbildung anerkannte Qualifikationen erwerben können. Diese Neuerung stellten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Innenministerin Mikl-Leitner am Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz vor. "Es war mir sehr wichtig, den Ausbildungsaspekt beim Zivildienst zu verstärken und von den Rettungsorganisationen auch auf andere Einrichtungen auszudehnen", sagte Hundstorfer über diesen Kernpunkt des Maßnahmenpakets. ****

Bis zu 70 Prozent der Ausbildungskosten, max. 1.700 Euro pro Zivildiener, werden vom Bund (BMASK und BMI) übernommen. Gefördert werden nur landes- oder bundesgesetzlich anerkannte Ausbildungen. Das Anbieten von Ausbildungen beruhe auf Freiwilligkeit, aber die Anreizfinanzierung werde dazu führen, dass von der Möglichkeit auch Gebrauch gemacht werde, ist der Minister zuversichtlich. "Aus dem Zivildienst soll für den weiteren Lebensweg nicht nur Lebenserfahrung, sondern auch eine Ausbildung mitgenommen werden können." Er finanziere das gerne mit, denn alles, was jetzt in Ausbildung investiert wird, sei eine Investition in die Zukunft, sagte Sozialminister Hundstorfer.

Ein weiterer wichtiger Eckpunkt der Zivildienstreform ist die Ausweitung des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) auf die Rettungsorganisationen. In Zukunft sollen interessierte Männer und Frauen auch dort das FSJ absolvieren können. Die zwölf Monate des Freiwilligen Sozialen Jahres sollen auf den Zivildienst angerechnet werden können. Für diese Änderung ist noch eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat vonnöten.

Weitere Eckpunkte des Maßnahmenpakets: Mitarbeiter sollen ihren Fähigkeiten und Qualifikationen entsprechend eingesetzt werden. Ein ausgebildeter Arzt soll etwa auch als Arzt eingesetzt werden können und nicht nur für Hilfsdienste. Darüber hinaus soll es Verwaltungsvereinfachungen für die Organisationen und eine "Kompetenzbilanz" am Ende des Zivildienstes geben, in der zusammengefasst wird, was der Zivildiener konkret gemacht hat und worin er ausgebildet wurde. Eine Bewertung der Einsatzorganisation am Ende des Zivildienstes soll zur Qualitätssicherung beitragen. Von der Reform betroffen wären potentiell 5.400 Zivildiener, das ist die Anzahl jener, die in anderen Einrichtungen als in Blaulichtorganisationen - dort gibt es 6.000 Zivildiener - ihren Dienst ableisten.

Der Sozialminister sieht die Reform als weiteren Beleg dafür, wie konstruktiv die Bundesregierung zusammenarbeitet. Der Gesetzesentwurf geht jetzt in Begutachtung, soll in weiterer Folge vom Nationalrat beschlossen und ab 1. Oktober 2013 bereits umgesetzt werden. (Schluss) bj/mb

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