Theodor Körner Preis: Hochaktuelle Studie über Rückabwicklung von Scheinselbstständigkeit

Nachwuchs in Wissenschaft und Kunst mit 76.500 Euro ausgezeichnet

Wien (OTS) - Heute wurden 38 junge WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen mit dem Theodor Körner Preis ausgezeichnet. Unter den Arbeiten, deren Entstehung mit den Preisgeldern zwischen 1.500 bis 3.000 Euro gefördert wird, findet sich u. a. eine hochaktuelle Studie über Rückabwicklung von Scheinselbstständigkeit von Dr.in Manuela Kohl. Sie will einen Überblick über die bisherige Judikatur bieten sowie auch Fallzahlen erheben. Für die Bundesarbeitskammer als der Hauptunterstützerin des Preises ein wichtiges Thema. Im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften untersucht MA Marion Wittfeld Frauenzeitschriften während der Zeit des Nationalsozialismus und ihre Rolle bei der Aufrechterhaltung der NS-Herrschaft. Der Künstler Alfredo Barsuglia - derzeit ist von ihm das AK Plakatprojekt "Spa" vor der Technisch Gewerblichen Abendschule des BFI zu sehen - wurde mit dem "Wiener Preis" ausgezeichnet.

Das Phänomen der Scheinselbstständigkeit breitet sich zunehmend aus. Manuela Kohl untersucht die arbeitsvertraglichen, sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Folgen, wenn ArbeitnehmerInnen sich zum Rechtsweg entschließen. Bisher wurden nur einzelne Aspekte in der Literatur beleuchtet. Dabei untersucht Kohl die bisherige Judikatur und erhebt Fallzahlen. Die Arbeit ist für die juristische Praxis hochrelevant. In ihrer Einreichung schreibt Kohl:
"Es zeigt sich, dass AnwältInnen, RechtsberaterInnen und RichterInnen nicht immer mit den Details vertraut sind."

Im Bereich Geistes- und Kulturwissenschaften wird u. a. Marion Wittfeld ausgezeichnet. Sie analysiert die Rolle von Frauenzeitschriften bei der Aufrechterhaltung der NS-Herrschaft. Obgleich die aggressive Propaganda ausgeklammert worden sei, sei in den scheinbar unpolitischen Magazinen versucht worden, die "Stimmung an der Heimatfront" aufrecht zu erhalten, so die These der Wissenschafterin.

Vielversprechend auch die prämierten Forschungsansätze in den Naturwissenschaften: U. a. ist Mag. Norbert Cyran durch die chemische Analyse von Schneckenschleim einem potenziellen Naturklebstoff von erstaunlicher Haltbarkeit und Widerstandskraft gegen Lösungsmittel auf der Spur. PhD Martin Bodner rekonstruiert die Ausbreitung des Menschen in Südamerika mittels DNA-Analyse.

Die Stadt Wien vergibt im Rahmen des Theodor Körner Fonds Spezialpreise: So wurde in der Kategorie bildende Kunst Alfredo Barsuglia für das Projekt "Social Pool" ausgezeichnet. Mitten in der kalifornischen Wüste will Barsuglia einen für jeden frei zugänglichen Pool installieren - frei zugänglich für jeden, der davon weiß. Denn der Pool soll der Umgebung so angepasst werden, dass er schwer zu finden und erst nach einer Stunde Fußmarsch zu erreichen ist. Aktuell ist eine Arbeit Barsuglias für die AK in Wien zu sehen: In dem Plakatprojekt "Spa" wird eine weitere Arbeit Barsuglias in der Wüste dargestellt, eine virtuelle Ausgrabungsstätte eines unter Wüstensand begrabenen Wellnesstempels. Barsuglia nimmt dabei Schönheitsideale und Konsumzwänge aufs Korn.

Die Theodor Körner Preise werden mittlerweile zum 60. Mal verliehen. Zu den bisherigen PreisträgerInnen zählen etwa die Mikrobiologin Renèe Schröder, die Schriftstellerin Friederike Mayröcker oder Clemens Jabloner, Präsident des Verwaltungsgerichtshofes.
"Wir wollen die konkrete Arbeit unterstützen, den konkreten kreativen Prozess, den konkreten Prozess des Entstehens. Die vergangenen Preisträger und Preisträgerinnen zeigen, dass dies ein wichtiger Weg war", so Herbert Tumpel, Kuratoriumspräsident des Fonds und ehemaliger AK Präsident.

Eine Liste aller PreisträgerInnen seit 1954 - insgesamt über 3.500 -erscheint als Buch anlässlich 60 Jahre Theodor Körner Fonds. Die Aufstellung liest sich wie ein Who is Who der österreichischen Wissenschaft und Kunst und zeigt so die Bedeutung des Preises. Oliver Rathkolb, Klaus-Dieter Mulley, (Hrsg.), "Theodor Körner Fonds. PreisträgerInnen 1954 - 2013". Wien, ÖGB-Verlag 2013.

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