Sima an Berlakovich: Bienen-Sterben muss beendet werden!

Europaweites Verbot der Mais-Beize - Österreich muss Vorreiter werden!

Wien (OTS) - Ein europaweites Verbot der für das Bienensterben verantwortlichen Mais-Beize fordert Wiens Umweltstadträtin Ulli Sima anlässlich der am 29. April auf EU-Ebene stattfindenden nächsten Abstimmung über ein Teil-Verbot der sogenannten Neonicotinoide. Diese Beizmittel sind für Bienen toxisch, beschädigen ihr Nervensystem und zerstören massenhaft Bienenvölker weltweit. Bei der letzten Abstimmung im März hat Österreich gegen ein Verbot gestimmt - die Mehrheit der 27 EU-Staaten war für ein Verbot. "Es ist unglaublich, wie ein Umweltminister hier ganz eindeutig Lobbyist für die industrialisierte Landwirtschaft agiert. Zahlreiche Studien, darunter auch die von der AGES, der Agentur für Ernährungssicherheit des Bundes, belegen den Zusammenhang des Bienensterbens und dem Einsatz der Mais-Beize", so Sima und erwartet sich entsprechende Schritte vom zuständigen Umweltminister für ein großflächiges Verbot.

Neonicotinoide greifen das Nervensystem der Bienen an

Neonicotinoide, darunter vor allem die Maisbeize, sind Insektizide, die u. a. zur Behandlung von Saatgut eingesetzt werden. Jahr für Jahr gelangen diese Gifte tonnenweise in die Natur. Sie greifen das Nervensystem der Bienen an und desorientieren sie. Daher finden die Bienen nicht mehr in den Bienenstock zurück und verenden im Feld. Bienen, denen die Rückkehr gelingt, tragen die Gifte in den Bienenstock und schädigen dort das Immunsystem des gesamten Bienenvolkes.

Biologische Alternativen zum Einsatz von Maisbeize

Maisbeize wird weltweit zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers eingesetzt. Das Vorkommen dieses Schädlings ist Resultat langjähriger Mono-Kulturen in der Landwirtschaft. In vielen Ländern hat man bereits erkannt: Diesem Schädling kommt man am besten durch eine konsequente Fruchtfolge-Bewirtschaftung bei. So müssen z. B. die Landwirte im deutschen Bundesland Baden-Württemberg per Verordnung durch das Landwirtschaftsministerium nach zweijährigem Maisanbau im dritten Jahr einen Fruchtfolgewechsel durchführen.

Ein Verbot von neonicotinoid-haltigen Mitteln wie eben Maisbeize in der Landwirtschaft gefährdet - wie gerne von einigen Pflanzenschutzkonzernen behauptet wird - die Agrarproduktion in keiner Weise. Für alle Einsätze sind wirksame biologische Alternativen zugelassen, verfügbar und in der Praxis bestens bewährt. Seit einigen Jahren sind nützliche Nematoden, das sind kleine Fadenwürmer, erfolgreich in Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich im Einsatz. Die Nützlinge werden gleichzeitig mit dem Saatgut ausgebracht und parasitieren den gefährlichen Maiswurzelbohrer derart, dass er wenig später verendet.

Die Wissenschaft bestätigt: Neonicotinoide sind bienengefährlich

Schon in den 90iger Jahren gab es erste Berichte von Imkern über großflächige Bienenschäden durch Neonicotinoide. 2008 kam es in weiten Teilen Mitteleuropas rund um die Maisaussaat zu einem dramatischen Bienensterben. Folgerichtig beauftragte die EU-Kommission die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA mit einer Neubewertung von Neonicotinoiden. Sie bestätigt, dass Neonicotinoide tödliche Auswirkungen auf Bienen haben. Darüber hinaus kommen Studien verschiedener Institute wie dem UBA (Umweltbundesamt) und der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) zum gleichen Schluss: Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Neonicotinoiden und Bienensterben.

Bienensterben weltweites Phänomen - Handeln überfällig!

Fälle von Bienensterben gibt es auch in Japan, Ägypten und China. Dort bestäubt man mittlerweile mit der Hand, um die berühmten Birnen im August ernten zu können. Hunderte von Arbeitern klettern jeden April auf die Bäume und verteilen mit Bambusstäben und Hühnerfedern den Pollen, den sie vorher mühsam gesammelt und vorbereitet haben. "Die weltweiten Entwicklungen sind dramatisch und Europa muss hier handeln. Österreich muss hier Vorreiter werden, um das Bienensterben zu stoppen", so Sima abschließend.

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