Nationalrat - Matznetter: "Ansteckungsgefahr" weiterer Länder der Eurozone muss verhindert werden

Wien (OTS/SK) - Für SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter sind durch die Krise "Probleme sichtbar geworden, die die Europäische Union, aber auch die gesamte Weltwirtschaft hat". Die Art von Wachstum, die ausschließlich auf der Finanzwirtschaft basiert, habe, so Matznetter, ein "fundamentales und vor allem strukturelles Problem": Sie funktioniere nicht. "Denn Geld arbeitet nicht. Geld vermehrt sich auch nicht. Diese bittere Erkenntnis ist im Exemplar-Fall Zypern doppelt deutlich zu sehen", sagte Matznetter heute, Montag, in der Nationalratsdebatte zum ESM-Hilfspaket für Zypern. ****

"Wir müssen, wenn es steil bergab geht, verhindern, dass ein Einzelner abstürzt", betonte Matznetter zum Zypern-Paket, denn "ein sehr kleiner Stein kann sehr weitgehende Folgen haben". Matznetter sieht ein großes Problem der zypriotischen Finanzmarktlage in der Ansteckungsgefahr für andere Länder der Eurozone: "Eine Folge zieht die nächste hinterher und genau das haben wir in den letzten Krisenjahren in Europa gesehen."

Neben der ESM-Hilfe müsse Zypern sich aber dazu bekennen, "raus aus der Steueroase zu gehen". Matznetter erinnert dabei an die Probleme mit der Steueroase Irland: "Ich halte es für einen Sündenfall, dass wir Irland nicht dazu gezwungen haben, die Steueroase zu beenden." Für Zypern brauche es jedenfalls Mindeststandards, wie eine gemeinsame Körperschaftssteuergrundlage und letztlich einen Mindeststeuersatz - "verbunden mit Durchsetzungsmöglichkeiten von außen", sagte Matznetter. (Schluss) mb/ok

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