"kreuz und quer" am 23. April: "Die Glücksritter Gottes - Zocken für den guten Zweck"

Danach: "Gott allein genügt. Von der Freiheit hinter Klostermauern"

Wien (OTS) - Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte: Mitglieder einer US-amerikanischen Pfingstkirche betätigen sich als Zocker und räumen beim Black-Jack-Spielen die Casino-Kassen leer. Für den Dokumentarfilm "Die Glücksritter Gottes - Zocken für den guten Zweck", den "kreuz & quer" - präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 23. April 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 zeigt, hat Regisseur Bryan Storkel das Black-Jack-Team aus Seattle sowohl bei der "Arbeit" als auch im privaten Leben begleitet. Um 23.20 Uhr berichten Karmelitinnen in der Dokumentation "Gott allein genügt" von Julia Wallnöfer und Elisabeth Krimbacher über die "Freiheit hinter Klostermauern".

"Die Glücksritter Gottes - Zocken für den guten Zweck" - Ein Film von Bryan Storkel (deutsche Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Black Jack ist ein bekanntes und leicht zu erlernendes Kartenspiel bei dem es im Wesentlichen darauf ankommt, mit den Spielkarten, die man in der Hand hält, möglichst nahe an die Punktezahl 21 heranzukommen, auf keinen Fall aber darüber. Das Kartenspiel läuft so ab, dass die Gewinnwahrscheinlichkeit des Casinos etwas höher ist als die der Spieler/innen. Daher wird - über einen langen Zeitraum betrachtet - das Casino Geld gewinnen.

Am MIT, dem renommierten Massachusetts Institute of Technology, entwickelten Mathematiker/innen ein System, mit dem sich durch ganz einfache Rechenoperationen die Gewinnchancen des Kartenspielenden zu Lasten des Casinos erhöhen lassen. Auf lange Sicht wird das Casino zum Verlierer. Genau dieses System nützten die beiden Amerikaner Ben und Colin, gründeten eine Black-Jack-Mannschaft, nannten sie "Kirchen-Team" und verdienten so beim Glücksspiel Geld für ihre Kirchengemeinde. Ein ungewöhnliche Geschichte, denn Casinos gelten -zumindest für strenggläubige Christen - als zweifelhafte Stätten der Sünde und des Lasters, als Orte, an denen das Verderben droht, weil Menschen dazu verleitet werden, um viel Geld zu spielen und dabei ihre Existenz und die ihrer Familien riskieren.

Wie die gläubigen Christen des "Kirchen-Teams" mit diesem Widerspruch zurechtkommen, zeigt Filmemacher Bryan Storkel in seiner Dokumentation "Die Glücksritter Gottes". Ein Jahr lang durfte er das Kirchen-Team auf seinen Casino-Touren begleiten. Das Ergebnis: ein Dokumentarfilm, der den unkonventionellen Kampf der "Zocker für den guten Zweck" gegen die Casino-Branche zeigt.

"Gott allein genügt. Von der Freiheit hinter Klostermauern" - Ein Film von Julia Wallnöfer und Elisabeth Krimbacher

Seit mehr als 160 Jahren leben die Klosterschwestern des "Karmel St. Josef" in Innsbruck in strenger Klausur. 2003 haben sie ihr altes Kloster im belebten Stadtzentrum aufgegeben und bewohnen nun einen modernen Neubau außerhalb der Stadt, in größtmöglicher Abgeschiedenheit. Den Karmelitinnen ist es nur in Ausnahmefällen gestattet, das Klostergelände zu verlassen, Besuch von Angehörigen darf in einem Sprechzimmer empfangen werden. Ein Gitter trennt dabei die Gäste von den Schwestern. Ihr gesamtes Leben widmen die Karmelitinnen der kontemplativen Nachfolge Christi und dem Gebet, das sieben Stunden des Tages einnimmt. Während der Hausarbeiten wie Kochen, Nähen, Gartenarbeit und Hostienbacken wird geschwiegen, in der Rekreationsstunde nach dem Mittag- und Abendessen dürfen sich die Schwestern unterhalten. Für das Filmprojekt wurde die Klausur aufgehoben - eine seltene Geste der Karmelitinnen, die das Ziel hat, den Zuschauer/innen einen Einblick in ihre tiefe Spiritualität zu gewähren.

Eine Karmel-Gemeinschaft darf aus maximal 21 Schwestern bestehen, so lautet die Karmel-Regel. Denn nur in einer Kleingruppe ist das dem Kollegium Christi nachempfundene Gemeinschaftsleben in der geforderten Konzentration und Intensität möglich. Gehorsam, Ehelosigkeit, Armut sowie die absolute Hingabe an die Liebe Gottes machen das kontemplative Apostolat zur radikalen Lebensform, die in ihrer Praxis im Widerspruch zu allen Wünschen und Ansprüchen einer modernen Existenz steht. Ein intensives Leben ohne TV, Shopping, Musik, ohne Reisen, ohne Kontakt zur Außenwelt, ohne Kinder, Karriere, Geld und ohne Sexualität? Ein intensives Leben, eingesperrt auf 200 Quadratmetern und in gleichbleibender Monotonie? Ein intensives Leben, das in der Aufgabe von allem besteht, was ein modernes "Ich" ausmacht?

Was für den Durchschnittsmenschen wie ein bizarres Experiment klingt, ist in seiner realen Ausprägung der Versuch, dem Sinn des Lebens durch die enge Beziehung zu Gott näherzukommen. Ein innerer Reichtum und eine andere Art von Freiheit, die sich erst durch die jahrelange Übung und durch die Auseinandersetzung mit sich und den anderen einstellt. Die Karmelitinnen sehen das Leben in ihrem Kloster wie eine lange Reise: ein Weg zur Vollkommenheit, der über das Menschsein führt. Für die Dokumentation erzählen Novizinnen und langjährige Mitschwestern über die Schwierigkeiten und die Freuden, die dieser radikale Weg bedeutet.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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