H.P. Martin deckt auf: EU-Beamte immer länger im Krankenstand

Brüssel (OTS) - Utl.: Parlamentarische Anfragen belegen: Mehr Frühpensionen, Kostenexplosion beim Invalidengeld / Rentenzuschuss bereits mehr als 800 Millionen Euro je Jahr, mehr als 30 Milliarden Euro an ungedeckten Pensionsansprüchen

Eine Serie von parlamentarischen Anfragen des unabhängigen EU Abgeordneten Hans-Peter Martin aus Österreich führt zu einem erschreckenden Einblick in die EU-Beamtenrealität:

Seit 2008, dem Beginn der Wirtschaftskrise, stieg die durchschnittliche Dauer der Krankheitstage der Beamten in der EU-Kommission um zehn Prozent, von 12,7 auf 14 Tage pro Beschäftigtem. Die Fehlzeiten betrugen damit 3,8 Prozent. Dabei nahmen sich allein im vergangenen Jahr von den 23 600 Beamten in der EU Kommission 17 787 "mindestens einen halben Tag Krankheitsurlaub", wie EU-Kommissar Maros Sefcovic in seiner Anfragebeantwortung mitteilte - und dies alles vor dem Hintergrund von Traumgehältern, Reiseprivilegien und Rekordurlauben für die EU-Beamten.

Gleichzeitig gingen in den letzten drei Jahren 563 EU-Beamte im Alter zwischen 55 und 60 Jahren in Frühpension, 20 Prozent mehr als zuvor. Zusätzlich gelang sogar 19 Beamten im Alter zwischen 50 und 54 Jahren der Absprung in den vorzeitigen Ruhestand, in früheren Jahren waren es lediglich vier.

Noch krasser ist die Entwicklung bei der Dienstunfähigkeit. Seit 2009 wurde 412 EU-Bediensteten "ein Invalidengeld gewährt", so Kommissar Sefcovic. Dass es auch dabei zu einem zehnprozentigen Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren kam, mag kaum noch verwundern. Empörend ist in jedem Fall die Kostenexplosion. Mussten die Steuerzahler für dienstunfähige Beamte im Jahr 2009 noch 25,6 Millionen Euro aufbringen, so waren es 2012 bereits 35,6 Millionen Euro. Dies entspricht einer Kostensteigerung von 40 Prozent.

Die Gesamtkosten für die Pensionen aller ehemaligen EU-Beamten und EU-Bediensteten beliefen sich 2012 auf 1,24 Milliarden Euro, wobei die aktiven EU-Beamten lediglich 436 Millionen Euro beitrugen. Das bedeutet, dass die Steuerzahler mehr als 800 Millionen zuschießen mussten.

Insgesamt haben sich bei den EU-Beamten bereits Pensionsansprüche im Wert von 30,6 Milliarden Euro angehäuft. Würden also alle EU-Beamten mit heutigem Tag ihre Arbeit beenden, müssten die Steuerzahler dennoch für diese unfassbare Summe aufkommen. Denn Rücklagen dafür gibt es keine.

Hans-Peter Martin: "Die Entwicklung ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Die meisten EU-Beamten leben in einer Traumwelt, voller Privilegien und beneidenswerter sozialer Absicherung. Ihre weit überhöhten Einkommen werden zu Recht kritisiert. Ihre Arbeitsbelastung steht in umgekehrtem Verhältnis zu ihren Krankenständen. Ihre Kinder besuchen Eliteschulen fast zum Nulltarif, um die luxuriöse Altersversorgung muss sich niemand Sorgen machen. So geht jeder Realitätssinn verloren.

Ein bisschen Jammern genügt, und schon werden zum Beispiel junge parlamentarische Assistenten wegen eines "Burn-Outs" von Ärzten in Brüssel ohne ernsthafte Untersuchung zwei Monate lang krank geschrieben."

Die Anfragen und Antworten im Wortlaut unter www.hpmartin.net

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