2013 ist das europäische "Jahr der Luft"

Rechtzeitig zu Beginn der Bausaison warnen Experten vor gesundheitlichen Schäden durch schlechte Raumluft

Wien (OTS) - Die Europäische Kommission hat 2013 zum "Jahr der Luft" erklärt. Denn schlechte Luft kann der Verursacher von schweren Krankheiten sein. Ziel dieser europäischen Initiative ist, die Bedeutung von sauberer Luft hervorzuheben und Aktionen zur Verbesserung der Luftqualität in der EU zu forcieren. Was bei den Aktivitäten zur Luftreinhaltung gerne ausgeblendet wird, ist die Tatsache, dass die Luft in Innenräumen oft stärker schadstoffbelastet ist, als die uns umgebende Außenluft. "Es geht generell um mehr Achtsamkeit im Umgang mit unserer Umgebungsluft, doch in Innenräumen können wir mehr tun", so Mag. Thomas Schlatte, Sprecher der Plattform MeineRaumluft.

Europäisches Jahr der Luft

Luftverschmutzung ist der Hauptverursacher für Lungenkrankheiten wie zum Beispiel Asthma. Laut Schätzungen sterben in Europa jährlich eine halbe Million Menschen frühzeitig an den Folgen von verschmutzter Luft. Grund genug für die Europäische Kommission, mit dem "Jahr der Luft" eine Initiative ins Leben zu rufen, die unserem wichtigsten Lebens-Mittel einen entsprechenden Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung einräumt.

Liegt der Fokus dieser Initiative auf der Außenluft, sollte jedoch nicht vergessen werden, dass wir uns zu 90 % in Innenräumen aufhalten. Diese ist - qualitativ betrachtet - häufig als schlechter einzustufen als Außenluft. Natürlich beeinflusst die Qualität der Außenluft wesentlich unsere Raumluft. In Österreich sind wir jedoch in der glücklichen Lage, generell über eine sehr hohe Güte der Außenluft zu verfügen. Selbst wenn Feinstaub oder bodennahes Ozon immer wieder zu Problemen führen. Doch oft gelangen Schadstoffe in der Innenraumluft nicht über die Außenluft in die Räume, sondern sind hausgemacht! Im Gegensatz zur Außenluft können wir daher die Luft im Wohn- und Arbeitsraum, wesentlich beeinflussen. Doch dazu muss man wissen wie.

Frühlingszeit ist "Häuslbauer-Zeit"

Mit der warmen Jahreszeit fällt auch heuer wieder der Startschuss für die Bau- und Sanierungs-Saison. Gesunde Raumluft beginnt dabei schon bei der Planung eines Neu- oder Umbaus. Die Aspekte Energieeffizienz, gesundes Bauen und Verarbeitung stehen beim Hausbau und der Wohnungssanierung meist ganz oben. Für ein gesundes Lebensumfeld spielt aber die Qualität der Innenraumluft eine ausschlaggebende Rolle.

"Die Schadstoffbelastung in Innenräumen - etwa durch Allergene, Feinstaub oder Formaldehyd - stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Neben Befindlichkeits-Störungen wie Kopfschmerzen und Müdigkeit können diese auch die Ursache ernsthafter Erkrankungen sein, z.B. Schädigungen der Atemwege, Herz- Kreislaufprobleme oder Krebserkrankungen. Umso wichtiger ist es, beim Hausbau auf die Wahl gesunder Baustoffe zu achten" so Mag. Brigitte John-Reiter Geschäftsführerin Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Projektleiterin des neu gegründeten "Kompetenz|Zentrum Gesundes Bauen".

Anorganische Baustoffe wie Ziegel belasten die Raumluftqualität in der Regel nicht. Da es sich um mineralisches Material handelt, verursachen diese Naturbaustoffe keine relevante Schadstoffbelastung. Vielmehr haben sie durch ihre Fähigkeit, Schadstoffe und Wasserdampf aufzunehmen, eine positive Wirkung auf die Innenraumluftqualität.

Trend zur "luftdichten" Bauweise

Eine suboptimale Raumluft ist in vielen Fällen auf die vorhandene Bausubstanz und auch auf die Einrichtung der Wohnungen zurückzuführen, die Schadstoffe an ihre unmittelbare Umgebung abgeben. Aufgrund der modernen, luftdichten Bauweise und falscher Baustoff- und Einrichtungswahl steigt so die Schadstoffkonzentration schnell auf ein gesundheitsgefährliches Niveau: "Moderne Gebäude haben eine wesentlich dichtere Gebäudehülle als früher. Der Austausch mit der Außenluft ist dadurch um ein 10faches geringer als noch vor 20 Jahren. Dies führt zu einer enormen Anreicherung von Schadstoffen in Innenräumen. Die energiesparend errichteten und sanierten Gebäude leisten zwar einen wichtigen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, entpuppen sich aber bei fehlender oder falscher Lüftung als gesundheitsschädigende Schadstoffkäfige für den Einzelnen", so Alexander Lehmden, Internationales Produktmanagement Wienerberger AG, einem Plattformpartner.

Einfluss der Bausubstanz zeigt sich auch bei den MeineRaumluft-Schulmessungen

Auch auf das Innenraumklima wirken sich anorganische Baustoffe positiv aus. Die Diffusionsoffenheit dieser Baustoffe besitzen beispielsweise eine feuchtigkeitsregulierende Wirkung: Ist es feucht, entziehen sie der Umgebung Feuchtigkeit. Bei Trockenheit geben sie die Feuchtigkeit an die Umgebung ab. Dies zeigte sich bei Messungen, die die Plattform MeineRaumluft 2012 in über 1.000 Schulklassen durchführte. So waren hier die Werte der Luftfeuchtigkeit bei Ziegelbauten signifikant besser als bei anderen Baustoffen.

"Nutzen wir das europäische Jahr der Luft, um unserer Umgebungsluft mehr Aufmerksamkeit zu schenken - und zwar sowohl der Außen- wie auch der Innenraumluft", so Schlatte zu der europäischen Initiative.

Über die Plattform

Die Plattform "MeineRaumluft.at" wird von Wissenschaft, Institutionen mit Bezug zum Thema Raumluft, Forschungseinrichtungen und Unternehmen getragen. MeineRaumluft.at ist eine unabhängige Plattform die sich zum Ziel gesetzt hat, die Öffentlichkeit in allen Fragen rund um das Thema "Gesunde Raumluft" zu sensibilisieren und damit zu einer spürbaren Verbesserung der Raumluft in Innenräumen beizutragen. Die Plattform bietet umfassende Informationen zu den vielfältigen Zusammenhängen zwischen Gesundheit, Wohlgefühl und Leistungsfähigkeit mit der Qualität der Luft im geschlossenen Raum und bietet auch die Möglichkeit zum Austausch mit Experten aus Wissenschaft, Baukunde, dem medizinischen Bereich und dem Gesundheitssektor.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Thomas Schlatte
Sprecher Plattform MeineRaumluft.at
Tel: 0699/13060018
office@meineraumluft.at

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