Korun zu 2 Jahre Staatssekretariat für Integration: Chancengleichheit fehlt bis heute, alte Nützlichkeitsforderung nur neu verpackt

Inklusion funktioniert nur auf Augenhöhe und mit gleichen Chancen

Wien (OTS) - "Erfreulich ist eines: nach zwei Jahren Staatssekretariat spricht das Innenministerium nun anders über Integration als noch zu Fekters Zeiten. Der Schwerpunkt der Migrationspolitik unter Staatssekretär Kurz ist von reiner Migrationsabwehr zu einer "Nützlichkeits"- Debatte mutiert. Die Forderung nach Nützlichkeit der MigrantInnen ist allerdings nicht neu. Die gesamte Gastarbeiterpolitik hat seinerzeit darauf aufgebaut - und das hat uns bekanntlich nicht weitergebracht" kommentiert Alev Korun, Migrationssprecherin der Grünen, das nun zweijährige Bestehen des Staatssekretariats.
"Es braucht gleiche Chancen für alle und eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe, um das Zusammenleben zu fördern. Beides fehlt, wie beispielsweise der Fall Mario K. zeigt. Mario lebt seit seinem 3. Lebensjahr in Österreich und nur weil er als Lehrling angeblich 'zu wenig' verdient, wird ihm die österreichische Staatsbürgerschaft verwehrt. Staatsbürgerschaft bedingt aber die Mitgliedschaft in einer demokratischen Gesellschaft samt Mitbestimmungsrecht. Wo ist da die Chancengleichheit, wo ist die Augenhöhe, frage ich mich" so Korun. "Dass wir jährlich 10.000 Kinder, die hier geboren werden, künstlich zu "AusländerInnen" erklären, ist auch keine Integrationspolitik, sondern Ausgrenzung. Wir brauchen konkrete Maßnahmen für die Herstellung von Chancengleichheit - zum Beispiel ein modernes Staatsbürgerschaftsgesetz, das hier lebende Kinder als ÖsterreicherInnen anerkennt oder anonymisierte Bewerbungsverfahren, die sicherstellen, dass nicht nach Herkunft ausgesiebt wird, sondern nur Können zählt" so die Grüne Abgeordnete Alev Korun abschließend.

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