Erfolgsmodell KFZ-Schlichtungsstelle

Seit 2004: 444 Schlichtungen und 500.000 Euro Ersparnis für AutofahrerInnen und Werkstätten

St. Pölten (OTS/AKNÖ) - "Mir wern kan Richter brauchen" - diese Redensart setzt die KFZ-Schlichtungsstelle seit 2004 in die Tat um. Die von AKNÖ und WKNÖ betriebene Einrichtung bringt Streitfälle zwischen AutobesitzerInnen und KFZ-Betrieben zu einem gütlichen Ende. WKNÖ-Präsidentin KR Sonja Zwazl und AKNÖ-Präsident Hermann Haneder zogen heute bei einer Pressekonferenz im WIFI St. Pölten Bilanz über die bisherige Arbeit der Schlichtungsstelle: 444 Schlichtungsfälle sowie 500.000 Euro Ersparnis für AutofahrerInnen und Werkstätten.

In Niederösterreich gibt es über eine Million zugelassene PKW und rund 1.400 aktive Reparaturbetriebe. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es zwischen AutobesitzerInnen und Betrieben auch einmal zu Streitigkeiten nach Autoreparaturen oder dem Autokauf kommen kann. Rund 15.000 Beschwerden über mangelhafte Autoreparaturen oder Probleme nach dem Autokauf hat die AKNÖ-Konsumentenberatung seit dem Start der KFZ-Schlichtungsstelle im Jahr 2004 registriert. Deshalb sind die Dienste der KFZ-Schlichtungsstelle, das betonen sowohl WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl als auch AKNÖ-Präsident Hermann Haneder, nicht nur für die KonsumentInnen, sondern auch für die niederösterreichischen KFZ-Betriebe von Bedeutung. "Die meisten der 15.000 Beschwerden konnten durch ein Telefonat unserer Konsumentenberatung mit der KFZ-Werkstätte gelöst werden. Fälle, die telefonisch nicht gelöst werden konnten, mussten in der KFZ-Schlichtungsstelle behandelt werden", berichtet AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl hebt vor allem die Vermittlerfunktion hervor: "Mit ihrer Mediationsfunktion schafft die Schlichtungsstelle eine Win-Win-Situation für Betriebe und Konsumenten. Beide kommen zu einer schnellen Entscheidung und ersparen sich unnötige Prozesskosten. Und auch der Staat gewinnt, denn jeder Prozess, der vermieden wird, erspart auch der Justiz einiges an Kosten." Zwazl und Haneder betonten auch, dass man am Beispiel der KFZ-Schlichtungsstelle sieht, wie gut sozialpartnerschaftliche Lösungen funktionieren können.

8 Jahre Schlichtungsstelle - eine Bilanz

  • Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 wurde die Schlichtungsstelle 444 Mal eingeschaltet.
  • In 207 Fällen konnte eine Einsparung von rund 494.000 Euro erzielt werden, in den meisten anderen Fällen kam es zu einer Einigung, die nicht mit Geld bewertbar war.
  • 144 Mal war eine Begutachtung vor Ort notwendig.
  • Die an die KonsumentInnen rückerstatteten Kosten beliefen sich von 60 Euro für Reifenreklamationen bis zum Extremfall von 18.000 Euro, etwa nach einer Rückabwicklung eines Kaufvertrages für einen gebrauchten Geländewagen.
  • Rund 70 Prozent aller Schlichtungsfälle kamen aus dem südlichen Niederösterreich.
  • Die meisten Schlichtungen betrafen Garantie und Gewährleistungsansprüche. Hauptsächlich handelte es sich um mechanische Gebrechen. Elektronikprobleme sind in den letzten Jahren aber immer häufiger Grund für Schlichtungen gewesen.

Wie funktioniert die Schlichtungsstelle?

Ziel der KFZ-Schlichtungsstelle ist es, außergerichtliche Einigungen zwischen Kunden und KFZ-Werkstätten herbeizuführen. Beide Parteien bringen dazu beim Termin in der Schlichtungsstelle den ExpertInnen und JuristInnen von Arbeiter- und Wirtschaftskammer ihren Fall vor. Ein Gutachter ist ebenfalls vor Ort, um das Fahrzeug zu besichtigen. Beim Termin zählen nicht nur die Fakten, sondern auch das psychologische Einfühlungsvermögen der ExpertInnen. Denn anfangs prallen oft die unterschiedlichen Sichtweisen der erhitzten Gemüter aufeinander. Meist kommt es jedoch zu einer gütlichen Einigung. "Die Schlichtungsstelle zeigt vor, dass mit gutem Willen und Menschenverstand Probleme oft schneller und unkomplizierter zu lösen sind als mit aufgeblähten bürokratischen Verfahren", so WKNÖ-Präsidentin Zwazl. Im Regelfall können die Beschwerdefälle so außergerichtlich gelöst werden. "Nicht jeder kann Recht haben, jeder gibt etwas nach und erspart sich damit viel Ärger, Zeit und Geld", erklärt AKNÖ-Präsident Haneder das Erfolgsrezept der Schlichtungsstelle. Die Schlichtung durch die ExpertInnen der AKNÖ und WKNÖ ist kostenlos. Kosten fallen nur dann an, wenn Betriebe oder KonsumentInnen ein Sachverständigengutachten anfordern.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Jugoslav Krminac,
AKNÖ-Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 01 58883-1263, jugoslav.krminac@aknoe.at

Renate Okermüller,
Agentur/Kommunikation, Tel.: 0664/13 81 689, rok@chello.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001