AK kritisiert neue Hürden beim Zugang zur Linzer Uni: Aufnahmeverfahren besonders für Berufstätige schikanös

Linz (OTS) - Bildung ist in Österreich erblich. Jugendliche, die nicht aus Akademikerfamilien kommen, haben nur geringe Chancen auf einen höheren Bildungsabschluss. "Mit dem neuen Aufnahmeverfahren an der Johannes Kepler Universität Linz werden gerade für jene, die neben dem Studium Geld verdienen müssen, neue Hürden aufgebaut", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Wer an der Linzer Uni ein Studium der Wirtschaftswissenschaften oder der Sozialwirtschaft beginnen will, muss sich neuerdings einem verpflichtenden Aufnahmeverfahren unterziehen. Die erste Phase besteht aus einer Online-Registrierung und aus einem Motivationsschreiben ("Warum will ich dieses Fach studieren?"). Beides muss bis zum 31. Mai 2013 erledigt sein. Wenn sich bis dahin mehr Studierende melden, als Plätze zur Verfügung stehen, startet die zweite Phase, eine schriftliche Prüfung.

Besonders negativ: Das Aufnahmeverfahren wird nur einmal im Jahr angeboten. Wer also vorhat, im Sommersemester 2014 mit einem Studium in den besagten Fächern zu beginnen, muss schon jetzt das Aufnahmeverfahren absolvieren. Das wird viele Berufstätige von einem Studium abhalten, weil zum jetzigen Zeitpunkt meist noch nicht gesagt werden kann, ob man zum Beispiel eine Bildungskarenz genehmigt bekommt.

Völlig unverständlich ist für AK-Präsident Kalliauer aber auch, dass ausgerechnet Sozialwirtschaft einer Beschränkung unterliegen soll. Dieses österreichweit einzigartige Studium vereint wirtschaftliche Sichtweisen mit sozialer Verantwortung - was in Zeiten wie diesen sowohl für Manager/-innen in der Privatwirtschaft als auch im Non-Profit-Bereich absolut wichtig ist.

Aus Sicht der Arbeiterkammer sind die beschlossenen Aufnahmeverfahren auch sonst problematisch: In Österreich gibt es eine hohe "Vererblichkeit" von Bildung. Haben die Eltern keinen Hochschulabschluss, sind die Chancen, dass die Kinder einen haben werden, sehr gering. Die Ursache dafür liegt bekanntermaßen nicht im größeren Können der Akademikerkinder, sondern im unterschiedlichen Zugang zu (höherer) Bildung. Hier hat es in den letzten Jahren keine nennenswerten Verbesserungen gegeben.

"Die Erfahrung zeigt leider, dass jede zusätzliche Hürde beim Zugang vor allem jene Menschen von einem Studium abhält, deren Eltern keinen Hochschulabschluss haben. Das ist nicht nur ungerecht, sondern auch wirtschaftlich kontraproduktiv", betont AK-Präsident Kalliauer.

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