SOS Mitmensch: In Österreich aufgewachsen, aber ohne Chance auf Staatsbürgerschaft

Realitätsfremde Hürden blockieren Einbürgerung eines 22-Jährigen

Wien (OTS) - "Wenn es noch eines Beleges bedurft hätte, um zu zeigen, dass das österreichische Einbürgerungsgesetz dringend reformbedürftig ist, dann liefert ihn der Fall Mario Keiber. Der 22-jährige Mann hat fast 20 Jahre seines Lebens in Österreich verbracht und ist gerade dabei, erfolgreich eine Versicherungslehre zu absolvieren. Er fühlt sich als Teil von Österreich, möchte voll an der Gesellschaft teilhaben und auch seinen Präsenzdienst ableisten. Aber das wird ihm durch realitätsfremde Einbürgerungsgesetze verwehrt", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Mario Keiber ist als knapp 3-Jähriger mit seiner Familie aus Polen nach Österreich gekommen. Er hat in Wien die Volks- und Mittelschule besucht und eine Handelsschule absolviert. Jetzt befindet er sich im dritten Jahr einer Versicherungslehre. Seine Mutter ist inzwischen Österreicherin, ebenso sein jüngerer Bruder, der in Österreich geboren ist. Seit zwei Jahren versucht auch Mario Keiber Österreicher zu werden, doch die zuständigen Behörden winken mit der Begründung ab, dass er nicht genug Geld verdiene. Denn um Österreicher werden zu können, müsste Keiber über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren ein Nettoeinkommen von fast 1200 Euro (errechnet aus dem Sockelsatz von 837,63 Euro + anteilige Mietkosten) haben. Für einen Lehrling ist das fern jeder realistischen Möglichkeit. Nachdem Keiber bisher sowohl von den Behörden als auch von den verantwortlichen politischen Stellen keine Hilfe bekommen hat, hat er sich nun an SOS Mitmensch gewandt, um einen öffentlichen Appell an die Politik zu richten.

"Ich appelliere an die Politik, mir dabei zu helfen, das zu werden, was ich eigentlich schon längst bin: Österreicher. Ich habe mich Zeit meines Lebens nie als etwas anderes gefühlt", so Keiber.

"Mario Keibers Appell ist ein Weckruf an die Politik. Es kann doch nicht sein, dass wir Gesetze haben, die es faktischen Österreichern, wie Herrn Keiber, unmöglich machen, auch tatsächlich Österreicher zu werden", so SOS Mitmensch-Sprecher Pollak. "Die in diesen Tagen anstehende Einbürgerungsreform muss dafür genutzt werden, um Personen, die dauerhaft in Österreich leben oder gar hier aufgewachsen sind, einen realistischen Zugang zur Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Das Einkommen darf dabei kein Ausschlussgrund sein. Wer schon so lange wie Herr Keiber in Österreich lebt, sollte überhaupt einen bedingungslosen Rechtsanspruch auf die Staatsbürgerschaft haben", fordert Pollak.

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Alexander Pollak
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