Bodenverkehrsdienste - SPÖ-EU-Abgeordnete: Liberalisierung bringt Nachteile für Mitarbeiter und Passagiere

Konkurrenzdruck wird zu niedrigeren Löhnen und Verschlechterung der Qualität führen

Wien (OTS/SK) - Enttäuscht zeigen sich die SPÖ-EU-Abgeordneten Jörg Leichtfried, Evelyn Regner und Karin Kadenbach über die heutige Abstimmung zur Neuordnung der Bodenverkehrsdienste auf Flughäfen. "Es wird nun zu einer weiteren Liberalisierung der Bodenabfertigungsdienste kommen. Eine Mehrheit, die sich aus Europäischer Volkspartei, Liberalen und den Europäischen Konservativen und Reformisten zusammensetzt, hat den Kommissionsvorschlag im Plenum durchgewunken. Es sind nun Qualitätseinbußen für die Flugpassagiere zu befürchten", betont der Delegationsleiter Jörg Leichtfried, der Mitglied im Verkehrsausschuss des Parlaments ist. Er verweist in diesem Zusammenhang auf den Flughafen London Heathrow, dort gebe es eine Vielzahl von Anbietern und es herrschen teilweise chaotische Zustände. ****

Evelyn Regner merkt an, dass in diesem Fall mehr Wettbewerb bedeutet, dass er auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. "Zu Recht sind die Gewerkschaften gegen den Kommissionsvorschlag vehement aufgetreten. Mehr Wettbewerb bedeutet Lohneinbußen und einen noch größeren Arbeitsdruck. Letztendlich werden sich jene Anbieter durchsetzen, die das Service möglichst billig zur Verfügung stellen. Und dies ist nur möglich, wenn am Personal gespart wird", sagt Regner.

"Geht es nach dem Kommissionsvorschlag, dann sind nicht einmal Mindestanforderungen im Bereich der Gesundheitsvorsorge vorgeschrieben. Dabei handelt es bei den Bodenverkehrsdiensten um Arbeitsplätze, die mit schwerer körperlicher Anstrengung verbunden sind. Von den Handlingsbetreibern ist nicht zu erwarten, dass sie von selbst in Gesundheitsmaßnahmen investieren, da sie sonst dem Kostendruck nicht standhalten können", erläutert Kadenbach. "Alles in allem ist die heutige Abstimmung zum Nachteil der Mitarbeiter und auch der Passagiere. Das Parlament hätte die Gelegenheit gehabt, im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Verbesserungen vorzunehmen. Diese Chance wurde leider leichtfertig vergeben", sagten Leichtfried, Regner und Kadenbach. (Schluss) bj/mp

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