ORF-"matinee" am 21. April: Josef Meinrad, Fritz Muliar und "Scurdia"

Markus Muliar Studiogast bei Clarissa Stadler, außerdem: "Kulturtipps"

Wien (OTS) - Genau vor 100 Jahren, am 21. April 1913, wurde der Ausnahmeschauspieler Josef Meinrad in Wien geboren. Mit einem ausführlichen Porträt von Siegfried Steinlechner ehrt die "matinee" am Sonntag, dem 21. April 2013, um 9.05 Uhr in ORF 2 den 1996 verstorbenen vielseitigen Künstler mit der unverkennbaren Stimme, der nicht nur als Interpret typischer Wiener Figuren Marke Nestroy, Raimund, Hofmannsthal und Schnitzler unvergessen bleiben wird. An den Volksschauspieler Fritz Muliar erinnert - anlässlich eines kürzlich erschienenen Hörbuches über dessen weniger bekannte Lebensmomente -ein Kurzbericht um ca. 9.50 Uhr. Dazu ist der Herausgeber und Muliar-Enkel Markus Muliar Studiogast bei Moderatorin Clarissa Stadler. Welche Wege der steirische Pianist Markus Schirmer abseits der Klassik mit seinem Musikprojekt "Scurdia" beschreitet, erzählt anschließend, um ca. 10.05 Uhr, ein Film von Günter Schilhan. Die "Kulturtipps" um ca. 10.35 Uhr beenden mit einem Ausblick auf aktuelle Veranstaltungen und Ereignisse die "matinee" am Sonntag.

"Josef Meinrad - Ein Jahrhundertschauspieler" (9.05 Uhr)

In seinen ernsten aber auch komischen Charakterrollen wird der als Josef Moucka geborene Josef Meinrad unvergessen bleiben. Das ausführliche Filmporträt von Siegfried Steinlechner begibt sich auf die Spuren des unvergleichlichen, sprachlich wie darstellerisch brillanten Volksmimen und würdigt dabei aber nicht nur dessen Werk sondern hinterfragt auch: wer war der Mensch Josef Meinrad? Durch viele Jahre war er ein großartiger Darsteller der österreichischen Seele: die Images von Anständigkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit und Bescheidenheit scheinen alle auf ihn zu passen. Er verkörperte diese Tugenden wie kein zweiter - und schuf besonders mit der Darstellung von Raimund- oder Nestroyfiguren Idealgestalten der österreichischen Theaterszene. Aber auch als "Don Quijote", "Pater Braun" oder kaiserlicher Adjutant in den "Sissi"-Filmen mit Romy Schneider kamen Meinrads schauspielerische wie menschliche Stärken zur Geltung. Die Menschen der Nachkriegs- und Wiederaufbaugeneration sahen in ihm den Ausdruck von Hoffnung, dass auch der kleine Mann mit Anständigkeit, Gradlinigkeit und Humor einen richtigen und guten Weg finden kann.

Im Salzburger Großgmain, wo Josef Meinrad viele Jahre seines Lebens verbracht hat, sprach Regisseur Steinlechner mit dem engsten Vertrauten des Schauspielers, dem örtlichen Pfarrer Herbert Schmatzberger, und erhielt von den Erben Drehgenehmigung und exklusiven Zugang zu noch nie gesehenem Film- und Fotomaterial sowie zu diversen Dokumenten aus dem persönlichen Nachlass Meinrads. Weiters präsentiert der Filmemacher ein Schreiben aus dem Jahr 1999, in dem der Kardinal Josef Ratzinger und spätere Papst Benedikt XVI. Stellung zu einer möglichen Seligsprechung Josef Meinrads nimmt. Dieses ging an den bayerischen Regisseur Georg Lohmeier, der diese empfohlen hatte: Darin heißt es: "Ihr Vorschlag in Sachen mit Josef Meinrad ist durchaus bedenkenswert. Ich habe diesen edlen und tiefgläubigen Schauspieler außerordentlich geschätzt."
Weiters kommen zahlreiche Wegbegleiter, darunter u. a. die Schauspielkollegin Lotte Tobisch und der ehemalige Burgtheaterdirektor Achim Benning im Film zu Wort.

Wiederholt wird das Filmporträt "Josef Meinrad - Ein Jahrhundertschauspieler" gleich am 21. April, um 12.00 Uhr in 3sat, sowie um 15.20 Uhr in ORF III Kultur und Information. Weitere Dakapotermine in ORF III: am Mittwoch, dem 24. April, um 14.55 Uhr und am Samstag, dem 27. April, um 22.45 Uhr.

"Fritz Muliar - Vergessenes" (9.50 Uhr) und Studiogast Markus Muliar

Anlässlich des kürzlich erschienenen gleichnamigen Hörbuches erinnert Susanna Schwarzer an die weniger bekannten Lebensmomente des 2009 verstorbenen Fritz Muliar, der dem Publikum als Charakterdarsteller ebenso wie als Komödiant in Filmklassikern wie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk", erfolgreichen Serien wie "Die liebe Familie" oder "Kommissar Rex" und in unzähligen Bühnenrollen vertraut war.
"Der Mensch, den ich durch die Texte kennengelernt habe, war mein Großvater. Ich sehe seine Texte stellvertretend für das Schicksal vieler. Mit der Veröffentlichung habe ich die Möglichkeit, dem jungen Fritz Muliar eine Stimme zu geben und so manches zu verstehen, warum er zu dem Mann geworden ist, der er war", sagte Enkel Markus unlängst über seinen berühmten Großvater. Im Gespräch mit Clarissa Stadler offenbart er die ernsten und die heiteren Seiten eines unbequemen Kämpfers für humanistische Gesinnung.

Scurdia - Markus Schirmer & Friends (10.05 Uhr)

Der international gefeierte österreichische Starpianist Markus Schirmer verfolgt abseits der Klassik seit Jahren ein außergewöhnliches musikalisches Projekt namens "Scurdia". Darin versammelt er Top-KünstlerInnen aus der ganzen Welt, die musikalisch keine Grenzen zu kennen scheinen. Hier vereint sich Klassik mit traditioneller Musik aus Kurdistan, Jazz mit Ethno, Soul mit Folklore.

"Scurdia" geht auf eine jahrzehntelange Freundschaft zwischen Markus Schirmer und dem Meister auf der orientalischen Laute (Oud), Risgar Koshnaw, zurück. Koshnaw ist Kurde und floh vor 30 Jahren aus dem Irak nach Österreich. Seit langem war es ein Traum der beiden in Graz lebenden Musiker, in den Nord-Irak zu reisen und ihr musikalisches Projekt dort zu präsentieren, wo es seine Wurzeln hat. So spielte "Scurdia" im Juni des vergangenen Jahres in Erbil, der Hauptstadt der autonomen Region Kurdistan im Irak, ein vielumjubeltes Konzert. Die MusikerInnen gewannen unvergessliche Eindrücke in einem Land, das jahrzehntelang unter den Repressalien von Diktatur und Krieg litt und auch heute noch alles andere als eine touristische Destination ist. Der Film von Günter Schilhan zeigt Ausschnitte aus einem Konzert in der Grazer Oper und begleitet die MusikerInnen auf ihrer Reise in den Irak.

Die Langversion des Films (ca. 52 Minuten) präsentiert 3sat bereits am Samstag, dem 20. April, um 22.30 Uhr.

Die "matinee" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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