Stopline: Internet-Meldestelle stellt Jahresbericht 2012 vor

ISPA-Initiative seit 15 Jahren aktiv gegen illegale Inhalte im Netz

Währingerstraße 3/18, 1090 Wien (OTS) - Über 2.600 Mal haben sich aufmerksame Internetnutzer 2012 an Stopline, die Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus, gewandt. In 17 Prozent der Fälle wurde der gemeldete Inhalt von Stopline als tatsächlich illegal eingestuft. Der Großteil der eingegangenen und als illegal beurteilten Inhalte betraf kinderpornografische Darstellungen.

"Der Anteil der illegalen Inhalte ist in den letzten Jahren im Verhältnis zum Meldungseingang weitgehend gleichbleibend", resümiert Barbara Schloßbauer, Leiterin der Stopline. Erfreulich dabei: Im Jahr 2012 wurden nur zwei der illegalen Inhalte auf einem österreichischen Server lokalisiert. Alle anderen Meldungen bezogen sich auf Material, das im Ausland gehostet wurde.

Hauptthema Kinderpornografie - internationale Zusammenarbeit gefragt

Von den insgesamt 2.615 eingegangenen Meldungen wurden 82 Prozent von den Meldern der Kategorie Kinderpornografie zugeteilt. Davon hat Stopline ein Fünftel als tatsächlich illegal beurteilt. "Da der Großteil dieser Inhalte auf ausländischen Servern gehostet wird, ist gerade hier die internationale Zusammenarbeit im Hotline-Netzwerk von INHOPE extrem wichtig" betont Schloßbauer. Der Großteil der Meldungen wurde an eine der 43 Partner-Hotlines in insgesamt 37 Ländern weitergeleitet, was die weitere Verfolgung in dem jeweiligen Land garantiert.

Besonders erfreulich in diesem Zusammenhang ist die immer raschere Reaktion der Provider: So wurden europaweit 90% der illegalen Inhalte innerhalb von nur 72 Stunden gelöscht, in allen von INHOPE betreuten Ländern beinahe 95% innerhalb von 11 Tagen. "Dass diese Inhalte innerhalb relativ kurzer Zeit wirklich aus dem Netz entfernt wurden, ist uns sehr wichtig", führt Maximilian Schubert, Generalsekretär der ISPA aus. "Unsere Devise heißt "Löschen statt Sperren". Internetsperren und andere Filtermaßnahmen können allzu leicht umgangen werden, führen letztlich nur zu einer Verlagerung des Problems und werfen zahlreiche andere Fragen auf."

Freiwillige Selbstkontrolle der Branche im Inland beispielgebend

Ist der gemeldete Inhalt tatsächlich illegal und in Österreich veröffentlicht, verständigt Stopline den Host-Provider und parallel dazu die Exekutive, die umgehend handeln. "Die Stopline ist eine sehr erfolgreiche Initiative der österreichischen Internet Service Provider, die zeigt, dass diese ihre gesellschaftspolitische Verantwortung vorbildhaft wahrnehmen", erklärt Schubert im Rahmen des Pressegesprächs. "Unser Modell verdeutlicht, wie Provider und staatliche Stellen erfolgreich an der Entfernung illegaler Inhalte im Internet zusammenarbeiten können".

Meldezahlen 2013 wieder im Anstieg

Auffällig ist der enorme Anstieg an Meldungen im ersten Quartal 2013. Bisher sind 1064 Meldungen in drei Monaten eingegangen, von denen über 330 (31 %) als illegal eingestuft wurden. Wenn diese Entwicklung anhält, zeichnet sich eines der meldungsintensivsten Jahre überhaupt ab. "Damit dieser Erfolg anhält, brauchen wir natürlich auch weiterhin die tatkräftige Unterstützung der Medien, Provider und Internetnutzer", so Schloßbauer. "Denn je präsenter Stopline im Internet und in der Öffentlichkeit ist, desto eher melden User illegale Inhalte - und tragen somit zu deren Entfernung bei".

Präsentation Zahlen Stopline 2012

Aktuelle Zahlen der Meldestelle gegen Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet.

Im Rahmen der Pressekonferenz wurden die Ergebnisse der eingegangenen Meldungen 2012 präsentiert und die Arbeit der Stopline erläutert.

Die Stopline ist die Meldestelle für Kinderpornografie und Nationalsozialismus im Internet. Weitere Informationen zur Stopline finden Sie unter: www.stopline.at

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4057

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