Volkshilfe: Auf EZB-Studie müssen Vermögenssteuern folgen

Neue Daten untermauern Forderungen der Volkshilfe nach mehr Steuergerechtigkeit

Wien (OTS) - Die Zahlen der kürzlich veröffentlichten Studie der Europäischen Zentralbank zeigen deutlich: Vermögen ist in der gesamten Eurozone sehr ungleich verteilt. Während die eine Hälfte der Haushalte 94 Prozent des gesamten Vermögens hält, muss sich die andere Hälfte mit sechs Prozent zufrieden geben.

Österreich ist nach Deutschland das Land mit der größten Vermögensungleichheit. Ein Prozent besitzt hierzulande beinahe 30 Prozent des Gesamtvermögens. Die reichsten zehn Prozent haben das 581-fachste der ärmsten zehn Prozent der Haushalte.
Damit ist Vermögen weitaus ungleicher verteilt als Einkommen: Hier verdienen die obersten zehn Prozent acht Mal so viel wie die untersten zehn Prozent.

"Die Einführung von vermögensbezogenen Steuern wie Erbschafts- und Schenkungssteuern ist ein Gebot der Stunde", sagt Mag. (FH) Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe. Österreich. "Dass Vermögenssteuern den Mittelstand belasten würden, ist schlicht und einfach ein Märchen. Es ist weder moralisch noch ökonomisch zu rechtfertigen, dass hohe Privatvermögen verschont werden."

Österreich gehört zudem zu den intransparentesten Finanzplätzen und rangiert im "Schattenfinanzindex" von 2011 auf Platz 17. Das Bankgeheimnis und die niedrigen Vermögenssteuern machen Österreich im Ausland beliebt für viele dubiose Finanzanlagen.

"Um Vermögen gerecht besteuern zu können, muss die Regierung auch über eine Abschaffung des Bankgeheimnisses verhandeln, denn es schützt die Falschen. Es gibt auch kein Recht auf Geheimhaltung des Gehalts gegenüber den Finanzbehörden", sagt Fenninger an und bemerkt abschließend: "Mit den Mehreinnahmen durch eine gerechtere Besteuerung von Reichtum könnte in Bildung und Pflege investiert werden und es würden neue Arbeitsplätze geschaffen werden."

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