FSG-Anderl zu Gleichstellung: Wir müssen das Tempo erhöhen!

Neue Frauenvorsitzende: "Vieles erreicht, aber Handlungsbedarf bleibt groß"

Wien (OTS/FSG) - "Die ungleiche Vermögensverteilung in Österreich zu beseitigen und die vielen strukturellen und gesellschaftlichen Hürden, die einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen im Weg stehen, aus dem Weg zu räumen, das sind die zwei zentralen Schwerpunkte für die Zukunft. Wir müssen das Tempo erhöhen, um diese Ziele endlich zu erreichen", erklärte die neue Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB, Renate Anderl, heute in ihrer Antrittsrede. Die 50jährige Wienerin wurde heute mit 94 Prozent zur Nachfolgerin von Sissi Vondrasek gewählt.

Als Stellvertreterinnen und damit in das neue Präsidium wurden gewählt: Ilse Fetik (GPA-djp), Christa Hörmann (GdG-KMSfB), Sabine Oberhauser (ÖGB), Brigitte Schulz (GBH), Korinna Schumann (GÖD), Elisabeth Vondrasek (vida), Verena Wiesner (GPF). Die FSG-Delegierten wählten außerdem die Kandidatinnen für die morgen zu wählenden Gremien der ÖGB-Frauen. Sabine Oberhauser, Vize-Präsidentin des ÖGB, wurde zur Kandidatin der FSG für den Vorsitz der ÖGB-Frauen gewählt. Sie stellt sich morgen beim ÖGB-Frauenkongress der Wahl. Die Arbeitseinkommen seien viel zu hoch besteuert, während Österreich bei der Vermögensbesteuerung Schlusslicht im internationalen Vergleich sei, erinnerte Anderl: "Wir brauchen dringend einen Nachdenkprozess, dem Taten folgen müssen, um bei der Vermögensbesteuerung endlich die von der FSG seit längerem geforderte deutliche Korrektur vornehmen zu können."

In Sachen Gleichstellung sei vor allem durch die beharrliche Einmischung von SPÖ und FSG einiges erreicht worden, nannte Anderl etwa die Einführung der Einkommensberichte, die Novelle der Pflegefreistellung, die seit Jahresbeginn auch in Patchwork-Familien möglich ist, die PendlerInnenpauschale oder die bereits in etlichen Kollektivverträgen durchgesetzte bessere Anrechnung von Karenzen auf die Lohn- und Gehaltsvorrückung. "In diesem Sinne freuen wir uns auch darüber, dass ÖAAB-Chefin Mikl-Leitner sich neuerdings auch für diese Anrechnung stark macht. Dass die Karenzen noch nicht flächendeckend in allen Kollektivverträgen verankert sind, das liegt aber weniger daran, dass diese veraltet sind, wie Mikl-Leitner vermutet, sondern vielmehr an der Weigerung vieler Arbeitgeber. Die ÖAAB-Chefin ist hiermit herzlich aufgefordert, sich bei ihren Parteikollegen und bei den Vertretern der Wirtschaft für unser gemeinsames Ziel einzusetzen!", so Anderl, die auch ihr deutliches "Nein" zu einer vorzeitigen Angleichung der Frauenpensionsalters wiederholt. Intension der ÖVP sei es ja nicht, dass Frauen länger arbeiten, es gehe vielmehr um Systemkosmetik, das Pensionsversicherungssystem solle zu Lasten der Arbeitslosenversicherung belastet werden. Denn mehr Frauen würden damit in die Altersarbeitslosigkeit gedrängt. "Damit ist aber keiner einzigen älteren Arbeitnehmerin geholfen", stellt Anderl klar. Es sind altersgerechte Arbeitsplätze mit den notwendigen Begleitmaßnahmen, die wir brauchen. Danke an alle, die mitgeholfen haben, die vorzeitige Angleichung einmal mehr zu verhindern!"

"Chancengleichheit durch Wahlfreiheit"

Es gehe nicht darum, Frauen vorzuschreiben, wann und wie viel sie arbeiten müssen. "Es geht darum, die Kinderbetreuung auszubauen, um Müttern Wahlfreiheit zu ermöglichen." Gewerkschafterinnen haben durch ihren Einsatz und das Aufzeigen der Problematik einen großen Anteil daran, dass das Angebot sich verbessert habe, so Anderl weiter, aber auch hier herrsche noch großer Handlungsbedarf: "Wir setzen uns ein für bundesweite einheitliche Standards bei der Kinderbetreuung und wir fordern den Ausbau der Ganztagesschule mit dem besten pädagogischen Konzept!"

"Wir Sozialdemokratinnen kämpfen gegen ein konservatives Frauenbild:
Frauen sollen selbstbestimmt und unabhängig leben können und nicht gegen ihren Willen in Abhängigkeit ihrer Partner als sorgende Hausfrauen und Mütter", so Anderl abschließend: "Diesen Weg haben die FSG-Frauen unter dem Vorsitz von Sissi Vondrasek eingeschlagen, der ich für ihr Engagement herzlich danke, und diesen erfolgreichen Weg werden wir mit vereinten Kräften fortsetzen. Die Sorgen und Anliegen von Frauen sind bei uns gut aufgehoben - wir arbeiten weiterhin an Verbesserungen für die Arbeitnehmerinnen, und gemeinsam erreichen wir sie auch!"

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