EZB-Vermögensstudie: Rossmann drängt auf Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer

Vermögen in Eurozone extrem ungleich verteilt

Wien (OTS) - Die Europäische Zentralbank hat gestern die lang erwarteten Daten zur Verteilung der Sachvermögen, Finanzvermögen und zur Verschuldung der privaten Haushalten in den Ländern der Eurozone vorgelegt. "Damit wurde ein wichtiger Schritt zu mehr Klarheit über die Verteilung von Vermögen gemacht. Diese ungleiche Verteilung wird ja von vielen ÖkonomInnen als eine wichtige Ursache angesehen, die in die Finanzkrise 2008 geführt hat. Erstmals verfügt auch Österreich über eine seriöse, wissenschaftlich abgesicherte Datenquelle, die eine umfassende Darstellung der Vermögensverteilung erlaubt", betont der Grüne Sprecher für europäische und internationale Entwicklungen, Bruno Rossmann.

Die Kernergebnisse der Studie sind ein Beleg für die sehr ungleich verteilten Vermögen: Sie konzentrieren sich stark auf die reichsten zehn Prozent der privaten Haushalte, die etwa über die Hälfte des gesamten Vermögens verfügen. Das reichste Fünftel der Haushalte besitzt zwei Drittel des Vermögens. Demgegenüber verfügen die untersten 50 Prozent der Haushalte nur über sechs Prozent des Vermögens.

Besonders alarmierend ist für Rossmann, dass die Verteilung der Vermögen in Österreich nach Deutschland am ungleichsten ist. "Darüber wird im Rahmen einer Verteilungsdebatte ebenso zu diskutieren sein wie über die Einführung einer reformierten Erbschafts- und Schenkungssteuer. Die Studie lässt aber jedenfalls den Schluss zu, dass die Besteuerung von Vermögen nicht den viel beschworenen Mittelstand treffen würde, sondern vor allem die 20 Prozent reichsten Haushalte", sagt Rossmann.

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