ÖGB an IV: ArbeitnehmerInnen brauchen Erholungsphasen

Der Mensch und nicht der Gewinn muss im Mittelpunkt stehen Der Mensch und nicht der Gewinn muss im Mittelpunkt stehen

Wien (OTS/ÖGB) - "Früher hat die Industrie gewusst, dass die Beschäftigten ihr wichtigstes Kapital sind. Weil sie Erholungspausen brauchen, wurde in vielen Betrieben in Wochen mit Donnerstag-Feiertag der Freitag schon vorher eingearbeitet, um den Menschen vier zusammenhängende freie Tage zu ermöglichen", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB, zu den Vorschlägen, die IV-Generalsekretär Christoph Neumayer in einem Kurier-Interview präsentiert hat. "Heute sieht die Industrie die Menschen offenbar nur mehr als Kostenfaktor, dem müssen wir als Gewerkschaft dringend entgegensteuern."++++

Feiertage sollen nicht einfach nach Lust und Laune verschoben werden, denn sie haben neben der individuellen Erholung auch einen gesellschaftlichen Wert: "Nur an solchen Feiertagswochenenden besteht die Möglichkeit zu gemeinsamen mehrtägigen Freizeitaktivitäten, weil da ein Großteil der ArbeitnehmerInnen gleichzeitig frei hat. Sonst sind sie immer darauf angewiesen, zur gleichen Zeit Urlaubstage genehmigt zu bekommen", so Achitz.

"Und wenn man schon Feiertage verschieben will, dann bitte so, dass längere Erholungspausen für die ArbeitnehmerInnen entstehen: Zum Beispiel, indem Feiertage, die auf Samstage oder Sonntage fallen, am Montag nachgeholt werden", sagt Achitz.

Industrie will Überstunden anordnen, aber nicht bezahlen

Wenig Konsequenz zeigt Neumayer auch bei den Überstunden: "Einerseits sperrt er sich gegen den Abbau der 300 Millionen Überstunden, die jedes Jahr geleistet werden, weil den Beschäftigten das zusätzliche Geld willkommen sei - und andererseits will er ihnen genau dieses Geld kürzen. Denn nichts anderes steht hinter den Wünschen der Industrie nach der so genannten Flexibilisierung der Arbeitszeit: Ein Durchrechnungszeitraum von zwei statt einem Jahr bedeutet nämlich nur, dass weniger Überstunden und weniger Zuschläge an die ArbeitnehmerInnen ausbezahlt werden."

Achitz verteidigt das ÖGB-Modell, wonach die Arbeitgeber pro angeordneter Überstunde einen Euro in die Arbeitsmarktpolitik und in die Gesundheit investieren müssen: "Überlange Arbeitszeiten machen krank und nehmen anderen Menschen die Arbeit weg. Deswegen müssen wir alle sinnvollen Ansätze zur Arbeitszeitverkürzung prüfen - und ein relativ einfach umzusetzender und sozialverträglicher Weg ist es, die Überstunden teurer und damit auch weniger zu machen."

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB-Kommunikation
Florian Kräftner
(01)53 444-39 264
0664/301 60 96
florian.kraeftner@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0003