FP-Kappel fordert automatische Valorisierung der Tarifstufen

Durchschnittshaushalt bleiben dadurch 400 Euro mehr pro Jahr

Wien (OTS/fpd) - Eine automatische Valorisierung der Tarifstufen bei der Lohn- und Einkommensteuer fordert die freiheitliche Gemeinderätin Barbara Kappel. "So wird die kalte Progression automatisch abgegolten und einem Durchschnittshaushalt bleiben bis zu 400 Euro mehr an Jahreshaushaltseinkommen", sagt Kappel. Die Freiheitliche Fraktion hat bereits bei der letzten Sitzung des Wiener Wirtschaftsparlaments einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Unter der sogenannten "kalten Progression" versteht man eine Art versteckte inflationsbedingte Steuererhöhung. In einigen Ländern Europas werden die Effekte der kalten Progression regelmäßig und automatisch korrigiert, beispielsweise in Dänemark, Schweden, Belgien oder Großbritannien. "In Österreich hingegen ist die Steuerbehörde Profiteur der kalten Progression und das soll sich ehest möglich ändern", erklärt Kappel, "allein im vergangen Jahr stieg der Anteil von Steuern und Abgaben bei uns um 0,34 Prozentpunkte an, obwohl die Steuersätze gleich blieben".

Während Löhne, Mieten oder Versicherungsprämien mit der Inflationsrate steigen - im Jahr 2012 um 2,4 Prozent -, bleiben die Einkommensgrenzen für bestimmte Steuerstufen gleich. Dies kann zur Folge haben, dass ein Dienstnehmer nach einer nominellen Lohnerhöhung weniger verdient als vorher, weil er aufgrund der Lohnerhöhung in eine höhere Steuerklasse rutscht.

"Zur Abgeltung der kalten Progression verlangen wir eine gesetzliche Regelung, die vorsieht, dass die Steuerstufen automatisch an die jährliche Teuerungsrate angepaßt werden", so Kappel, "diese Maßnahme würde zu einem Erhalt der realen Kaufkraft auf Arbeitnehmerseite führen und gleichzeitig Druck aus Tarifvertragsverhandlungen nehmen, da die Inflationsrate ohnehin abgegolten würde".

Gleichzeitig fordert Kappel auch eine Änderung der Steuertarife sowie einzelner Tarifstufen bei der Lohn- und Einkommensteuer. Derzeit sind Jahreseinkommen bis zu 11.000 Euro steuerfrei, darüber hinaus ist eine Steuer von 36,5 Prozent fällig. Ab einem Jahresbrutto von 25.001 Euro beträgt der Steuersatz schon 43,2 Prozent und ab 60.001 Euro 50 Prozent. "Ein Eingangssteuersatz von 36,5 Prozent bei einer Bemessungsgrundlage von 11.001 Euro ist eindeutig zu hoch und wir fordern deshalb eine Absenkung auf 25 Prozent, gefolgt von einem mittleren Steuertarif von 37 Prozent und eine Anhebung der Bemessungsgrundlage für den Höchststeuersatz von 50 Prozent auf 100.000 Euro", schließt Kappel. (Schluss)

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