Aleviten stehen vor Anerkennung als Religionsgesellschaft

Aus Sicht des zuständigen Ministeriums (BMUKK) sind alle Kriterien für volle Anerkennung erfüllt - Zwei weitere alevitische Gruppen streben Status einer "Religiösen Bekenntnisgemeinschaft" an

Wien, 09.04.13 (KAP) Bald hat Österreich eine neue anerkannte Religionsgesellschaft. Das für die Religionsgemeinschaften zuständige Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) hat am Montag einen Verordnungsentwurf zur Begutachtung versendet, der die volle gesetzliche Anerkennung der "Islamisch-alevitischen Glaubensgemeinschaft in Österreich" (ALEVI) zum Inhalt hat. Im entsprechenden Begleitschreiben führt die zuständige Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) aus, dass die seit 2010 als "religiöse Bekenntnisgemeinschaft" existierende islamisch-alevitische Glaubensgemeinschaft einen Antrag auf volle Anerkennung gestellt hat. Aus Sicht des Ministeriums sind alle Erfordernisse für eine Anerkennung erfüllt, die nach Ablauf der Begutachtungsfrist am 8. Mai noch im selben Monat erfolgen könnte.

In den Erläuterungen zum Gesetzestext wird zu den Erfordernissen festgehalten, dass das Alevitentum über den nötigen Bestand seit mindestens 100 Jahren verfügt und in Österreich seit zumindest 20 Jahren als Kulturvereine aktiv ist, wo auch die Religionsausübung geschieht. Aus dem "mit Originaldokumenten unterlegten Mitgliederverzeichnis" gehe hervor, dass ALEVI in Österreich insgesamt 17.351 Mitglieder hat und daher die derzeit geltende Mindestmitgliederzahl von 16.861 übersteigt.

Weiters wird festgestellt, dass die Religionsgemeinschaft über die nötige "positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat" verfüge. Zudem gebe es keine gesetzwidrige Störung des Verhältnisses zu anderen bestehenden Kirchen und Religionen.

Nach erfolgter Anerkennung wären die Aleviten die jüngste der dann insgesamt 15 anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich. Die letzte derartige Anerkennung betraf 2009 "Jehovas Zeugen in Österreich". Die Aleviten hätten somit künftig u.a. die Möglichkeit für einen regulären Religionsunterricht.

Unterschiedliche Strömungen unter Aleviten

Der nunmehr geplanten Anerkennung von ALEVI ist von Unstimmigkeiten unter den verschiedenen Strömungen des Alevitentums begleitet. ALEVI selbst geht aus dem "Kulturverein der Aleviten in Wien" hevor, der sich dann als "Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich" (IAGÖ) neu konstituiert hat und in der Folgen den Status eine "religiösen Bekenntnisgemeinschft" erhielt. Religiös gesehen wird diese Gruppe zum liberalen Teil der Schia gezählt.

Eine anderer Teil der Aleviten wird durch die "Förderation der Aleviten-Gemeinden in Österreich" repräsentiert.

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