1. EPU-Gipfel des Jungen SWV: Eine-Person-Unternehmen brauchen mehr Absicherung

Junger SWV fordert bessere Vertretung der EPU durch die Wirtschaftskammer

Wien (OTS) - "Mehrzahl mit Mehrheit? Es ist möglich." - Unter diesem Titel lud der Junge Sozialdemokratische Wirtschaftsverband unter der Leitung der Vorsitzenden LAbg. GR Katharina Schinner gestern, Montag, Wiener Eine-Person-Unternehmerinnen und Unternehmer zum 1. EPU-Gipfel in die Räumlichkeiten der SPÖ6&7. Mehr als 100 Gäste folgten der Einladung und ergriffen die Chance, an der lebendigen, teils kontroversen Diskussion des hochkarätig besetzten Podiums teilzunehmen und sich anschließend auf der Informationsmesse über aktuelle Themen und Förderungen von den vor Ort anwesenden Fördereinrichtungen informieren zu lassen.
"Der EPU-Gipfel soll Wiener Wirtschaftstreibenden, insbesondere Eine-Person-Unternehmerinnen und Unternehmern, eine Plattform bieten, die es ihnen ermöglicht, sich auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam über neue Ideen und Strategien zu diskutieren", erklärte die Vorsitzende des Jungen SWV LAbg. GR Katharina Schinner gleich zu Beginn der Veranstaltung und setzte fort: "Selbstständige prägen das heutige Bild der Unternehmenslandschaft stärker denn je. Deshalb haben wir uns als Junger Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband die Aufgabe gesetzt, jene Menschen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, auf ihrem Weg zu begleiten und weiterhin für faire und sozial gerechte Rahmenbedingungen einzutreten."

Mehrzahl ohne Mehrheit: 6 von 10 Wiener Unternehmen sind EPU

6 von 10 Wiener Unternehmen sind Eine-Person-Unternehmen. In der Wirtschaftskammer sind sie jedoch nach wie vor stark unterrepräsentiert.
Vor diesem Hintergrund diskutierten und präsentierten SP-Finanzstaatssekretär Mag. Andreas Schieder, Jugend- und Trendforscher Mag. Bernhard Heinzlmaier sowie Eine-Person-Unternehmerin Mag.a Sandra Eckerstorfer mögliche Strategien zur Verbesserung der Situation.
"Eine-Person-Unternehmen stellen einen zentralen Faktor der österreichischen Unternehmenskultur dar. Das belegt die Zahl der jährlichen Unternehmensgründungen. Insbesondere junge Unternehmerinnen und Unternehmer gründen Eine-Person-Unternehmen", erklärte SP-Finanzstaatssekretär Mag. Andreas Schieder. Mit gezielten Maßnahmen, wie zum Beispiel dem kürzlich beschlossenen EPU-Paket, dem Unternehmensserviceportal (kurz USP) oder der JungunternehmerInnenoffensive ist der Regierung "ein wichtiger Beitrag zur Unterstützung von Eine-Person-Unternehmen sowie Kleinst-und Kleinunternehmen gelungen", betonte Schieder im Zuge der Podiumsdiskussion. Die Maßnahmen, die die Regierung bisher gesetzt hat, sind zwar "wichtige Schritte in die richtige Richtung", so Schieder, dennoch muss noch sehr viel Arbeit geleistet werden, um die Sicherungssysteme bestmöglich erhalten zu können. Schieder verwies ganz offen auf das Krankengeld für Selbstständige, das zwar ein "sozialpolitischer Meilenstein ist", in der vorliegenden Form jedoch insbesondere für EPU keine optimale Lösung darstellt. Laut Schieder wäre eine Krankengeldregelung ab dem 7. Tag der Arbeitsunfähigkeit sinnvoll, um EPU eine "wirkliche Unterstützung" zuteil kommen zu lassen. Kritik übte der Finanzstaatssekretär auch am 20% SVA-Selbstbehalt, den Selbstständige bei jedem Arztbesuch bezahlen müssen. "Wir befinden uns hier gesundheitspolitisch am falschen Dampfer. Ich verzögere wegen des Selbstbehalts den Besuch beim Arzt. Das ist weder für die Unternehmerin oder den Unternehmer förderlich, noch für die gesamte Wirtschaft", so Schieder, der sich die Abschaffung des 20% SVA-Selbstbehalts sehr gut vorstellen kann. Schieder abschließend: "EPU sind eine gewaltige Joblokomotive. Es ist unsere Aufgabe sie zu fördern, ihnen zuzuhören und sie zu unterstützen. Eine-Person-Unternehmen brauchen eine Plattform wie den EPU-Gipfel. Daher unterstütze ich, als Regierungsmitglied, diese Veranstaltungsreihe des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien voll und ganz."

EPU sind die Zukunft. Wien zählt 60.000 EPU

Wien allein zählt mittlerweile rund 60.000 Eine-Person-Unternehmen. Ein Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist. "Laut Zukunftsforscher braucht es mehr Eigenverantwortung, Flexibilität, Kooperation und Innovation in der Wirtschaft. Wir EPUler sind bereits die Zukunft", so die Eine-Person-Unternehmerin Mag.a Sandra Eckerstorfer, die auf die Wichtigkeit von "Kooperationen" zwischen EPU verwies. Eine-Person-Unternehmerinnen und Unternehmer müssen immer mehr die Funktion der "eierlegenden Wollmilchsau" erfüllen, so Eckerstorfer. Daher sei es umso wichtiger, Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Unternehmersein erleichtern und EPU nicht weiter in ihrer Freiheit einschränken.

Kritik am "sozialpolitischen System" übte auch der Trend- und Jugendforscher Mag. Bernhard Heinzlmaier: "Der Unternehmer ist in Österreich in Wirklichkeit ungeliebt, weil er selbstständig ist. Dies macht ihn für die Politik schwerer kalkulier- und beherrschbar. Und deshalb fördert man ihn kaum." Heinzlmaier betonte mehrmals, dass Unternehmerinnen und Unternehmer vor allem in der Gründungsphase mit einer Menge Herausforderungen konfrontiert sind. Für ihn sind "die richtigen Rahmenbedingungen noch nicht geschaffen" und "die Sozialdemokratie hat noch einen langen Weg vor sich", so Heinzlmaier abschließend.

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