Üble Ausbeutung in Nachtlokal: AK konnte Beschäftigten helfen

Linz (OTS) - Nicht nur rechtswidrig, sondern auch menschlich unter jedem Niveau sind die Methoden, mit denen manche Arbeitgeber schnell reich werden wollen. Für einen besonders argen Fall sorgte ein Nachtlokalbesitzer, der zwei Beschäftigte schamlos ausnutzte. Allerdings hatte er die Rechnung ohne die Arbeiterkammer gemacht, die einen Teil der Ansprüche durchsetzen konnte.

Frau P. und Herr M. waren von Mitte Mai bis Mitte Dezember 2011 als Kellner in einem Nachtlokal tätig. Dort mussten die beiden sieben Tage in der Woche arbeiten. Dafür erhielten sie weder Überstunden noch Nachtzuschläge bezahlt.

Als es schließlich zur einvernehmlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses kam, verweigerte der Lokalbesitzer außerdem die anteiligen Sonderzahlungen - also Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld -sowie die Urlaubsersatzleistung.

Chef wies Forderungen zurück

Weil ihre Forderungen brüsk zurückgewiesen wurden, wandten sich Frau P. und Herr M. an den Rechtsschutz der AK Oberösterreich. Doch auch die schriftlichen Interventionen der AK ließen den Unternehmer kalt.

Deshalb klagte die Arbeiterkammer die Beendigungsansprüche (anteilige Sonderzahlungen und Urlaubsersatzleistung) ein. Leider hatten die beiden Beschäftigten keine Arbeitszeitaufzeichnungen geführt, sodass sie die enormen Überstunden nicht belegen konnten. Deshalb ließen sich letztere nicht einklagen.

Vor Gericht musste der Lokalbesitzer klein beigeben: Er zahlte die eingeklagten Ansprüche - insgesamt rund 5000 Euro. Darüber hinaus musste er beträchtliche Anwalts- und Verfahrenskosten tragen.

Arbeitszeiten genau notieren

"Wir raten allen Beschäftigten, unbedingt genaue Arbeitszeitaufzeichnungen zu führen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Im Streitfall ist es von diesen Aufzeichnungen abhängig, ob das Entgelt für die geleisteten Überstunden durchgesetzt werden kann oder nicht."

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