Anstieg der unbezahlten Überstunden auf 69 Millionen AK-Präsident Kalliauer begrüßt Abgabe-Vorschlag

Linz (OTS) - 2012 prellten Österreichs Arbeitgeber die Beschäftigten um insgesamt 69 Millionen Mehrarbeits- und Überstunden, das sind um drei Prozent mehr als im Jahr davor. "Damit machen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Unternehmen ungewollt milliardenschwere Geschenke", betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Deswegen unterstützt die Arbeiterkammer Oberösterreich die Idee einer Überstunden-Abgabe.

Die unabgegoltenen Über- und Mehrarbeitsstunden waren 2011 und 2012 pro Jahr umgerechnet so viel wert wie rund 10 Millionen Arbeitstage. Bewertet mit einem durchschnittlichen Stundensatz plus Überstundenzuschlag entgingen den Beschäftigten damit in Summe rund 1,5 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern. Geld, das den Arbeitnehmern/-innen dann im Börserl fehlt. Immerhin arbeiten Österreichs Vollzeitbeschäftigte im Schnitt jede Woche 40,2 Stunden -um etwa eine Stunde länger als der Durchschnitt der 17 Euro-Länder.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 722.300 Arbeitnehmer/-innen regelmäßig, also Woche für Woche, 299 Millionen Überstunden erbracht. Das sind wegen der Konjunkturschwäche um 1,3 Prozent weniger als im Jahr 2011, dafür stieg aber die Anzahl jener Über- und Mehrarbeitsstunden, die weder durch Auszahlung noch durch Zeitausgleich abgegolten wurden, um drei Prozent. "Diese Situation ist ungerecht, beeinträchtigt die Gesundheit der Beschäftigten und ist auch ökonomisch unhaltbar", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Werden geleistete Arbeitsstunden nicht bezahlt, schwächt das die Kaufkraft und somit die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Zudem sinken durch die insgesamt hohe Überstundenmenge die Jobchancen jener, die bisher erfolglos eine Arbeit suchen. Darüber hinaus wirkt sich die dauerhafte Überstundenleistung auch negativ auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit aus.

"Arbeit fair teilen durch eine kürzere Vollzeit und weniger Überstunden", lautet deswegen die Devise für Kalliauer. Der regelmäßige Einsatz von Über- und Mehrarbeitsstunden muss für Unternehmen unattraktiver werden. Die Arbeiterkammer OÖ fordert daher eine Verteuerung für die Unternehmen und begrüßt die derzeit diskutierten Vorschläge von ÖGB und Frauenministerin für eine Überstunden-Abgabe. Demnach sollen die Unternehmen pro Überstunde einen "Arbeitsmarkt- und Gesundheitseuro" an den Staat abführen. Außerdem sollen die Betriebsräte bei der Personalbemessung mitbestimmen und das Arbeitsinspektorat bei wirksamen Arbeitszeit-Kontrollen gestärkt werden.

Quellen: Statistik Austria und Eurostat, Eigenberechnungen der AK OÖ.

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