Seniorenbund zu "Leistbares Wohnen": Auch mit 100 in den eigenen vier Wänden noch gut aufgehoben!

ÖVP-Paket "Leistbares Wohnen" bringt Förderung von Barrierefrei-Umbauten, Forschungsförderung für modernste Technologie und Sicherheit für Pensionskassen-Kapital!

Wien (OTS) - In der heutigen Pressekonferenz analysierten Mag. Gertrude Aubauer, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und ÖVP-Seniorensprecherin in Nationalrat und Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, Arbeits- und Sozialrechtsexperte der Universität Wien, das ÖVP-Paket "Leistbares Wohnen" aus Sicht der älteren Generationen:

"Leistbarer Wohnraum ist in jedem Alter wichtig! Gerade bei den Seniorinnen und Senioren mit ihren durchschnittlich nur 1.000,- Euro Monatspension wirkt es sich schnell sehr negativ aus, wenn mittlerweile schon ein Drittel des Einkommens alleine fürs Wohnen ausgegeben werden muss. Wir sind daher sehr froh, dass die ÖVP mit ihrem Paket "Leistbares Wohnen" gleich mehrere wirksame Maßnahmen zur Senkung der Wohnkosten vorlegt und unterstützen dieses Paket in vollem Umfang. Besonders wichtig sind dabei aus unserer Sicht allerdings jene Punkte, die den Wohnraum nicht nur leistbar machen, sondern ihn auch für das Leben in jedem Alter gestalten: Die Förderung für den Barrierefrei-Umbau, sowie die Schwerpunktsetzung in der Forschungsförderung für so genanntes 'Ambient Assisted Living' sorgen dafür, dass Österreicherinnen und Österreicher künftig -soferne sie das wollen - auch noch mit 100 in den eigenen vier Wänden gut aufgehoben sind", erklärt dazu Aubauer.

Sicherheit für leidgeplagte Pensionskassen-Pensionisten

"Die mittlerweile mehr als 70.000 Bezieher von Pensionskassen-Leistungen wurden in den vergangenen Jahren vor schwierige Realitäten gestellt: Viele von ihnen verloren bis zu 50 Prozent ihrer Zusatzpension, die im Schnitt nur bei rund 350,- Euro brutto pro Monat liegt. Wenn nun den Pensionskassen ermöglicht wird, einen Teil des Kapitals in sicheren Immobilien-Projekten anzulegen, so hilft dies auch diesen Betroffenen: Ihr Kapital und auch die zu erreichenden Zinsen werden dadurch besser abgesichert. Wichtig war uns dabei, dass den Pensionskassen keine gesetzlich verpflichtenden Investitionsquoten vorgeschrieben werden. Und genau das sieht das ÖVP-Paket auch vor", so Aubauer weiter.

Zu Hause wohnen in jedem Alter

Zudem sehe das ÖVP-Paket vor, dass der so genannte 'Sanierungsscheck' (Thermische Sanierung) künftig um Kriterien für Barrierefrei-Umbauten erweitert wird, so Aubauer, die betont: "Damit wird eine jahrelange Seniorenbund-Forderung erfüllt. Die Seniorinnen und Senioren erhalten somit eine finanzielle Unterstützung, um Stolperfallen, unüberwindbare Barrieren und Ähnliches in ihren Wohnräumen zu entfernen. Damit kann in vielen Fällen der Umzug in ein - für die Gesellschaft viel teureres - Pflegeheim oft um Jahre hinausgeschoben werden!"

Aubauer verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass Seniorinnen und Senioren in allen Umfragen zu rund 80 Prozent angeben, es sei ihr großer Wunsch so lange als möglich in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Derzeit würde dies auch von 85 Prozent der Pflegegeldbezieher so gelebt, nur 15 Prozent seien in einem Pflegeheim untergebracht.

"Dies ist ein klarer Auftrag an die Politik. Ein Auftrag, dem die ÖVP mit ihrem Paket gerecht wird!"

Neue Wohnformen für die neuen Lebensalter

Aubauer wies zudem auf den dringenden Bedarf nach weiteren "Betreuten Wohnungen" hin, die als wichtige Ergänzung für den Senioren-Wohnungsmarkt dringend nötig seien.

"Und da gibt es eine besonders gute Nachricht: Das Geld dafür ist schon vorhanden! Die Finanzministerin hat zuletzt den Pflegefonds für die Jahre 2015 und 2016 mit weiteren 650 Millionen Euro ausgestattet - dies trotz Konsolidierungskurs des Bundes. Nun muss mit der Verlängerung des Pflegefonds-Gesetzes allerdings auch klargestellt werden: Wir Senioren möchten dieses Geld in weitere mobile Pflegeangebote und in weitere 'alternative Wohnformen' - also auch das 'Betreute Wohnen' investiert sehen. Diesen Punkten ist eindeutig der Vorzug gegenüber weiteren Pflegeheim-Bauten einzuräumen! Und einer zweckfremden Verwendung dieser wichtigen Gelder werden wir mit Sicherheit nicht zustimmen."

Hinsichlich des "Leistbaren Wohnens" verwies Aubauer zudem auf die schon seit 2012 aktiv verfolgte Strategie der "Seniorenbund-Sparrechnung": "Wir machen den Seniorinnen und Senioren klar: Mit unserer Sparrechnung können Sie bis zu 800,- Euro im Jahr sparen. Dazu verlangen wir den Stopp von Gebührenerhöhungen, die zuletzt die Wohnnebenkosten unnötig angeheizt haben (z.B. Kanalgebühren, Müllabfuhrgebühren, etc.) und den Stopp von automatischen Valorisierungen bei allen Gebühren. Zudem ermutigen wir die Senioren, ihre Strom- und Gasanbieter mithilfe der e-control zu wechseln. Damit können bis zu 300,- Euro pro Jahr und Haushalt gespart werden - das ist mehr als jede Teuerungsabgeltung der Pensionen!"

Mit innovativer Technik fehlende Arbeitskräfte ersetzen

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Mazal, wies auf einen besonderen Punkt im ÖVP-Paket hin, der bisher von den Medien kaum beachtet wurde: In der Forschungsförderung soll es künftig eine Schwerpunktsetzung für die Forschung (hin zur Marktreife) von "Ambient Assisted Living"-Anwendungen (Anmerkung: dies heißt umgebungsunterstütztes Leben durch innovative Technik) geben. Mazal zu den Details:

"Uns muss klar sein: wenn die großen Kohorten der heute 50jährigen in das Pflegealter kommen, werden die Jüngeren, potentiellen Pflege-und Betreuungskräfte, nur sehr wenige sein. Hier fehlen aufgrund der demographischen Entwicklung schlichtweg Arbeitskräfte. Allerdings können viele dieser Leistungen durch innovative Technik ersetzt werden. Und die beste Nachricht dabei ist: diese Technik ist in zahlreichen Prototypen schon vorhanden, sie muss nur flächendeckend eingesetzt werden. Und diese Technik ist günstig - ein umfassendes Paket ist schon um rund 4.000,- Euro pro Wohnung zu haben! Das heißt zudem: Wenn ein solches Paket den Umzug in ein Pflegeheim um nur zwei Monate hinaus schiebt, haben sich die Kosten schon ammortisiert."

Mazal nannte dazu sehr konkrete Beispiele: "Warum sollen wir Personal einsetzen, das den Einkauf für die Hochbetagten erledigt, wenn der intelligente Kühlschrank - den es schon gibt - automatisch Bestellungen aufgeben kann, die dann vom Lieferservice zugestellt werden? Warum sollen wir Personal brauchen, das kontrolliert ob die Fenster oder Türen geschlossen, ob der Herd abgedreht ist oder ob die richtigen Medikamente zur rechten Zeit eingenommen wurden? All das können diese kleinen technischen Helferleins schon jetzt übernehmen! Es geht dabei um mehr Sicherheit für die Älteren, aber auch um eine spürbare Entlastung für ihre (pflegenden) Angehörigen. Auch können wir den 85jährigen der Zukunft getrost zumuten, diese Internet-basierten Produkte richtig anzuwenden - sie tun dies heute schon längst!"

"Durch die Forschungsförderung in diesem Bereich können mehr dieser Prototypen zur Marktreife gebracht werden. Das bedeutet auch hochwertige und moderne Jobs für Jüngere: in der Forschung und Entwicklung, im Einbau dieser Systeme, in der Programmierung und Wartung. Wenn es uns gelingt, diese Produkte zu etablieren, dafür zu sorgen dass in Zukunft Wohnungen in großem Umfang mit diesen Systemen ausgestattet sind, so ist dies fast schon ein Schritt hin zum Paradies - in eine Zukunft nämlich in der Österreich mit innovativster Technik den Herausforderungen des demografischen Wandels mutig begegnet", so Mazal weiter.

Abschließend hält Gertrude Aubauer fest:

"Die ÖVP hat mit ihrem Programm 'Leistbares Wohnen' einen Weg aufgezeichnet der zu mehr leistbarem Wohnraum, zu mehr Eigentümern in Österreich, aber auch zu lebensgerechten Wohnungen in jedem Lebensalter führen wird. Die Förderung des Barrierefrei-Umbaus und die Investitionsmöglichkeit der Pensionskassen in Wohnprojekte können noch vor dem Sommer beschlossen werden - soferne der Koalitionspartner seinen Widerstand aufgibt. Die Forschungsoffensive für Ambient Assisted Living erwarten wir spätestens von der nächsten Bundesregierung als erstes wichtiges Projekt für Österreichs Generationen!"

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Susanne Walpitscheker
Tel: 01-401-26-157
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