AK: Wohnen muss für Wohnungssuchende billiger werden!

Weg mit der Gebühr auf Wohnungsmietverträge und den Maklerprovisionen

Wien (OTS) - Die Wohnungsmietvertrags- und Maklergebühren für die MieterInnen müssen weg, verlangt die AK. Das Finanzamt schreibt die Mietvertragsgebühr bei Abschluss des Wohnungsvertrages vor - im Schnitt rund 206 Euro - und das ohne Gegenleistung. Dreist: Bei befristeten Mietverträgen wird bei jeder Verlängerung erneut abkassiert. Auch bei der Wohnungssuche kann es für Mieter teuer werden: Daher sollen die Maklergebühren die Vermieter zahlen, nicht die Mieter.

"Wohnungssuchende müssen tief in die Brieftasche greifen", sagt Gabriele Zgubic, AK Konsumentenschützerin. "Wer in Österreich eine unbefristete Mietwohnung von einem Immobilienmakler vermittelt bekommt, zahlt im Schnitt 1.248 Euro Maklergebühr."

"Außerdem wird bei Abschluss eines Wohnungsmietvertrages vom Finanzamt eine Gebühr vorgeschrieben, die regelmäßig auf die Mieter überwälzt wird", so Zgubic. Die Finanzamtsgebühr beträgt bei befristeten und unbefristeten Wohnungsmietverträgen ein Prozent der dreifachen Jahres-Bruttomiete (mit Betriebskosten und Mehrwertsteuer). Das Finanzamt verlangt auch bei Verlängerung eines befristeten Mietvertrages die Gebühr.

"Eigentlich ist das Geld zum Fenster rausgeschmissen, weil es keine Gegenleistung gibt", kritisiert Zgubic. "Bei Abschluss eines Mietvertrages überprüfen weder Behörden noch sonstige öffentliche Stellen, ob der Mietvertrag den mietrechtlichen Bestimmungen entspricht. Es gelten sogar gesetzwidrig überhöhte Mieten als Bemessungsgrundlage. Der Mieter kann erst nach Abschluss des Mietvertrages den Mietzins prüfen und eventuell herabsetzen lassen. "Aber auch wenn der Mietzins gerichtlich reduziert wurde, gibt es keine Rückerstattung der Mietvertragserrichtungsgebühr. Das ist eine Schieflage".

Jährlich zahlen rund 154.000 MieterInnen diese Gebühr an die Finanzämter. Im Schnitt werden den MieterInnen pro Mietvertrag rund 206 Euro aufgebürdet. Die Gebühr belastet sie mit jährlich 31,7 Millionen Euro. Durch die starke Zunahme der befristeten Verträge in den letzten Jahren werden viele MieterInnen mehrfach belastet, da bei jeder Verlängerung neuerlich abkassiert wird.

Wohnen muss für Wohnungssuchende billiger werden. "Hier läuft etwas schief", sagt Zgubic. "Wir fordern gerechte Preise, damit Leben und Wohnen leistbar sind."

1 Die Mietvertragsgebühr gehört abgeschafft.

2 Maklerprovisionen nur für Vermieter: Makler arbeiten für und zum Vorteil der Vermieter, kassieren aber von den MieterInnen. Im Maklergesetz soll geregelt werden, dass nur der Erstauftraggeber -das ist eben in der Regel der Vermieter - gegenüber dem Makler provisionspflichtig ist.

SERVICE: Infos über die Maklergebühren und den AK Maklerprovisionsrechner finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at/wohnen.htm

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