EVZ Österreich: Intervention ändert diskriminierende Verkaufspolitik bei Kreuzfahrtreisenanbieter

Buchung günstigerer Angebote im EU-Ausland bei Costa Crociere nun möglich

Wien (OTS/VKI) - Gehäufte Beschwerden über die diskriminierende Preispolitik des italienischen Kreuzfahrunternehmens Costa Crociere Spa beim Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) Österreich führten zu einer Intervention des Netzwerkes der Europäischen Verbraucherzentren. Der Grund der Beschwerden: Im Unterschied zu Deutschland wurden in Österreich Kreuzfahrten - der vergleichbaren Kategorie - zu deutlich höheren Preisen angeboten. Konsumenten aus Österreich, die günstiger über die deutsche Webseite des Unternehmens oder bei deutschen Reisebüros buchen wollten, wurde aber die Buchung mit der Begründung verweigert, dass dies nur mit einem Wohnsitz in Deutschland möglich sei.

Nach einer Intervention des Europäischen Verbraucherzentrums Italien - Büro Bozen lenkte Costa Kreuzfahrten ein und änderte seine Verkaufspolitik. Personen mit einem Wohnsitz innerhalb der Europäischen Union ist es nunmehr möglich, Costa-Kreuzfahrten auch in anderen EU-Ländern als deren Heimatländern zu buchen. Österreichische Konsumenten können somit auch im Falle eines günstigeren Angebots in Deutschland dieses über ein deutsches Reisebüro oder direkt bei Costa-Deutschland buchen.

Gravierende Preisunterschiede - zwei Beispielfälle

Eine Familie aus Tirol plante eine Mittelmeerkreuzfahrt mit Abfahrt 11.05.2012 ab Venedig. Der Preis bei Buchung über die österreichische Webseite lag bei 2.499 Euro pro Person, bei Buchung über die deutsche Webseite bei nur 849 Euro pro Person. Dies ergibt einen gravierenden Preisunterschied von 1.650 Euro pro Person.

Ein Ehepaar aus der Steiermark hatte die Absicht, eine Mauritius-Singapur Kreuzfahrt mit Abfahrt 31.10.2012 zu buchen. Der Preis bei Buchung über die österreichische Webseite lag bei 1.675 Euro pro Person, bei Buchung über die deutsche Webseite bei 933 Euro pro Person - ein nicht unerheblicher Preisunterschied von 742 Euro pro Person.

EU-Richtlinie untersagt ungerechtfertigte Diskriminierung

Ungerechtfertigte Diskriminierungen aufgrund des Wohnsitzes oder der Staatsangehörigkeit sind seit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie in der Europäischen Union verboten. Die EU hat diese Richtlinie mit 1. Jänner 2010 in Kraft gesetzt. In Österreich ist sie am 22. November 2011 durch das Dienstleistungsgesetz in nationales Recht umgesetzt worden. Der klar und eindeutig formulierte Grundsatz der Nichtdiskriminierung der Empfänger von Dienstleistungen ist darin als "Gleichbehandlungsgebot" verankert.

"Wir begrüßen es daher, dass Costa-Kreuzfahrten die ungerechtfertigte Diskriminierung von EU-Bürgern beendet hat. Hier steht auch die Glaubwürdigkeit des Europäischen Binnenmarkts auf dem Spiel. Der Europäische Binnenmarkt kann nur funktionieren, wenn EU-Bürger grenzüberschreitend Waren und Dienstleistungen ohne Hindernisse erwerben können. Die Vorteile, die der europäische Binnenmarkt den Verbraucher bietet, müssen von diesen auch genutzt werden können - besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagt Mag. Reinhold Schranz, Jurist beim Europäischen Verbraucherzentrum Österreich.

EVZ-Netzwerk: Studie zu Diskriminierung im Oktober 2013

Das Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren - und damit auch das EVZ Österreich - arbeitet zwecks Verhinderung der Diskriminierung von Verbrauchern eng mit dem Europäischen Parlament und der Europäischen Kommission zusammen. In einem aktuellen Projekt zur EU-Dienstleistungsrichtlinie werden sämtliche Diskriminierungsfälle in der EU erhoben. Die Ergebnisse des Projektes werden im Oktober 2013 präsentiert.

Ausführliche Informationen zum Thema gibt es unter www.europakonsument.at.

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